Autofahrer fuchen über sie, aber sie sind ein notwendiges Übel : Umleitungen. In der Harzer Kreisverwaltung zeichnen Heinrich Dhemant und Thomas Werner für die ungeliebten Strecken verantwortlich.

Halberstadt. Allein an vier Baustellen im Harzkreis wurde am Montag die Arbeit aufgenommen : In der Schmatzfelder Straße in Wernigerode und der Westerhäuser Straße in Blankenburg wurden Arbeiten an Straße und Kanal begonnen, auf der B 244 zwischen Dedeleben und Jerxheim startete eine Brückensanierung, und in Derenburg wird ein Supermarkt an die Wernigeröder Straße angeschlossen. " Damit sind die größten Bauvorhaben in diesem Jahr alle in Bewegung gesetzt worden ", erklärt Thomas Werner, Verkehrs-Sachgebietsleiter im Kreis-Ordnungsamt. Allerdings seien durch das Konjunkturpaket noch einige Überraschungen möglich : " Es kann schon sein, dass wir noch einige Bauvorhaben dazwischen schieben. "

Immer wieder wird den Verantwortlichen vorgeworfen, sie würden nicht koordinierend eingreifen, wenn die notwendigen Bauarbeiten ausgerechnet in den Sommerferien vorgenommen werden. " Wir erteilen zunächst nur die sogenannte verkehrsrechtliche Anordnung. Über das Wann können wir dann nur sehr bedingt entscheiden. Das hängt vor allem von den Bauunternehmern ab ", so Werner. Aber er hat auch eine einfache Antwort auf die Frage " Warum im Sommer ?"

Überhaupt sei die Planung eine schwierige Sache. " Jede Baustelle hat eine Eigendynamik ", so Dhemant. " Jeder, der ein Loch in die Erde bohrt, weiß nicht, worauf er stößt. Da plant man 14 Tage ein, und dann wird es doch wieder länger. "

Wie der Verkehr bei größeren Baustellen umgeleitet wird, darüber entscheiden Dhemant und Werner. Ob eine Straße beispielsweise voll oder nur halbseitig gesperrt wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Dies würde von der Größe der benötigten Geräte, der Sicherheit der Bauarbeiter und dem Raum, den Verkehrsschilder einnehmen, abhängen. " Wenn die Mindestbreite von 2, 75 Meter nicht übrig bleibt, geht gar nichts mehr ", erklärt Heinrich Dhemant. Zudem müsse man bedenken, dass die Bauarbeiten bei einer nur halbseitigen Sperrung auch immer länger dauern würden.

Wie Umleitungen geplant werden, machen die beiden Experten am Beispiel der Halberstädter Harmoniestraße deutlich. " Die Umleitung über die Süd- und Spiegelstraße ist die kürzeste und sinnvollste ", so der Amtsleiter. Und Werner ergänzt : " Alle Beteiligten haben sich im Vorfeld in einer sogenannten Umleitungsvereinbarung darauf geeinigt, dass im Bereich der Umleitung notwendigste Ausbesserungsarbeiten getätigt werden. "

" Im Sommer ist nun mal das Wetter am besten. " Das unterstreicht auch Ordnungsamtschef Heinrich Dhemant : " Es ist ganz einfach länger hell, die Baustelle kostet dann weniger. Oft sind es eben ganz simple Sachen, die den Baustart beeinfussen. " Zudem würden sie eine Vollsperrung lieber in den Ferien machen, da die Schulwege immer länger werden würden. " Würden einige Arbeiten während der Schulzeit erledigt, kämen die Busfahrpläne durcheinander ", rechtfertigt Thomas Werner den Zeitpunkt.

Natürlich stünde es außer Frage, dass die Umleitungsstraßen – wie am Beispiel der Südstraße immer wieder moniert wurde – unter dem erhöhten Verkehrsaufkommen leiden würden. Aber die längste Zeit der Bauarbeiten in der Harmonie straße sei ja bereits geschafft, ob der ursprünglich geplante Fertigstellungstermin Ende September eingehalten werden kann, sei aber fraglich. Eine Verlängerung der Bauzeit wäre sogar wahrscheinlich, so Thomas Werner.

Dhemant bringt es abschließend auf den Punkt : " Wir machen das doch nicht, um die Bürger zu verärgern. "