Wernigerode ( mn ). Früher gehörten Schwalben in jedes Dorf, in jeden Stall, in jede Scheune. Heute jedoch sind die kleinen Vögel selten geworden. So selten, dass das Bundesartenschutzgesetz strenge Auflagen für den Umgang erlassen hat. Der Grund, warum sich Ulrike Schneider an die Harzer Volksstimme-Redaktion wandte. Unsere Leserin : " Ich habe beobachtet, wie Nester von Hauswänden einfach entfernt wurden. " Und, wohl wissend : " Das ist doch verboten. "

Die Harzer Volksstimme hakt nach bei der Unteren Naturschutzbehörde. " Die Zerstörung der Brutstätten ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldstrafe geahndet wird ", erklärte Egbert Günther, Leiter der Behörde der Kreisverwaltung. " Das kann mit bis zu mehreren Hundert Euro geahndet werden. " Sind bereits Junge im Nest, die dann getötet werden, würde es sich sogar um eine Straftat handeln. Der Experte : " Schwalben stehen unter strengem Schutz. Wer beobachtet, wie ihre Nester entfernt werden, sollte sich bei uns melden. Wir gehen der Sache dann nach. "

Grund für seinen Appell : In den vergangenen Jahren habe sich besonders der Bestand der Rauchschwalbe reduziert. Zum einen finden die Vögel nicht mehr genug Insekten. Grund sei die intensive Landwirtschaft, verbunden mit dem Einsatz von Pestiziden. Außerdem würden immer mehr Flächen versiegelt werden. Viele Straßen und Wege sind asphaltiert. Pfützen, Schlamm und Lehm, die typischen " Nestbaustoffe " für Schwalben, werden dadurch immer rarer.

Egbert Günther wisse um die Einwände von Hausbesitzern. " Die schmutzigen Wände unter den Nestern sind nicht schön anzusehen. " Es gebe jedoch ganz einfache Möglichkeiten, dieses Problem zu lösen. Der Verwaltungsmitarbeiter : " Ein kleines Brettchen oder Folie direkt unter dem Nest verhindern Schmutz und Flecke. " Wer Gutes für die Schwalben tun möchte, könne beispielsweise künstliche Nisthilfen an seinem Haus anbringen oder für einen freien Zugang in Ställe und Scheunen sorgen.

Kontakt : Untere Naturschutzbehörde über Telefon ( 0 39 41 ) 5 97 00.