" Wenn ein Kategoriepreis für die beste Gastgeberstadt zu vergeben wäre, Wernigerode hätte gute Chancen, ihn zu bekommen !" Das sagte Rainer Eichhorn, Vizepräsident des Vereins Interkultur am Ende des 6. Johannes-Brahms-Chorwettbewerbs. Und er erhielt von allen angereisten Gästen ungeteilte Zustimmung.

Wernigerode. Vier Tage lang war Wernigerode eine singende Stadt. Immer wieder konnte man singenden Menschen begegnen, in kleinen Gruppen oder in geschlossenen Chorformationen. Mit den vielen Begegnungs- und Wettbewerbsdarbietungen erlebten die Wernigeröder und ihre Gäste erstklassige Chormusik. Die Wernigeröder dankten auf ihre Art und sorgten mit großer Begeisterung für den Wettbewerb für ausverkaufte Häuser und vollbesetzte Konzertstätten.

Dieser Enthusiasmus, der die Atmosphäre überall in der Stadt prägte, zeigte sich bereits zur Eröffnung mit der Chorparade am Donnerstag. Schon Stunden vor dem offziellen Beginn fanden sich die vielen Freunde der Chormusik vor dem Rathaus ein und harrten geduldig aus. Als die Chöre dann am Ende der Parade durch die Stadt den Marktplatz erreichten, brach unbeschreiblicher Jubel aus. So mancher Chorsänger glaubte, seinen Ohren und Augen nicht trauen zu können.

Und diese Stimmung hielt an. Christian Ljundgren, Künstlerischer Leiter des 6. Johannes-Brahms-Chorwettbewerbs und selbst Chorleiter in seiner schwedischen Heimat, sprach von " einer wundervollen Stadt mit wundervollen Menschen ". Er sei sich sicher, dass diese positive Stimmung entscheidend dazu beigetragen habe, dass sich der Wernigeröder Wettbewerb so fest im internationalen Geschehen der Chormusik etablieren konnte.

Wiedersehen 2011

Er berichtete von einem Gespräch mit dem amerikanischen Jury-Mitglied Dr. Tim Sharp. Dieser ist Präsident einer Dachorganisation der Chorleiter in den USA, der etwa 20 000 Mitglieder angehören. Gemeinsam mit Interkultur werden drei Wettbewerbe in den Staaten vorbereitet. Dr. Sharp wolle nach seiner Heimreise zuhause von seinen Erlebnissen in der Harzstadt berichten. Es werde schwer, sei er sich sicher, die Qualität, die er im Harz erlebt habe, zu erreichen oder gar zu überbieten. In punkto künstlerischer Qualität und Organisation seien in Wernigerode hohe Maßstäbe gesetzt worden.

Das vielfach geäußerte Lob für den Mitveranstalter des Wettbewerbs, die Stadt Wernigerode, gab Oberbürgermeister Peter Gaffert an den Verein Interkultur zurück. Ohne die professionelle Begleitung durch die Verantwortlichen dieses Vereins sei ein solcher Wettbewerb auch in Wernigerode undenkbar. Gaffert dankte allen Helfern, die vor und hinter den Kulissen tätig waren und für einen nahezu reibungslosen Ablauf des Wettbewerbs sorgten. Seine Dankesliste, vorgetragen übrigens nicht nur in deutscher, sondern auch in englischer und russischer Sprache, war lang. Zum Abschluss gratulierte er allen Gewinnern und versprach ein Wiedersehen beim 7. Johannes-Brahms-Chorwettbewerb in zwei Jahren. Damit legte er sich fest : Die Stadt hält am Johannes-Brahms-Chorwettbewerb auch in f nanziell schwierigen Zeiten fest. Dabei setzen die Veranstalter wieder auf die vielen Sponsoren und deren f nanzielles Engagement für eine herausragende kulturelle Veranstaltung. Übrigens