In der Bergarbeitersiedlung Oesig lebt eine Tradition weiter. Ehemalige Kumpel und Angehörige gedenken dort an einem Ehrenmal einmal im Jahr der verunglückten Bergleute.

Blankenburg. Zum nunmehr dritten Mal in Folge gedachten knapp 50 ehemalige Kumpel und Witwen der Verunglückten in der " Alten Schule " in der Oesig zwölf Opfern. Sie starben einst in den Gruben " Braunesumpf " und " Einheit " zwischen dem Ende der 40-er und Mitte der 80-er Jahre. Aus diesem Anlass war genau vor drei Jahren in der Oesig ein Gedenkstein mit der Aufschrift " Ein letztes Glück auf den auf dem Berg Gebliebenen " enthüllt worden.

Abgesehen von den darauf vermerkten zehn Namen – darunter des als ersten Verunglückten Gerhard Hoffmann aus der Oesig, Reinhold Runge sowie Karl Fister – fehlt aber das elfte und zugleich letzte Opfer des Bergbaus in der Region. Mit dem Elbingeröder Helmut Mann starb ein Kumpel mit einer besonders tragischen Geschichte : Der junge Mann hatte gerade seinen Wehrdienst absolviert und war an jenem Tag erstmals in die Grube eingefahren. Er verunglückte tödlich ganze vier Stunden nach Schichtbeginn. Mann stürzte im Beisein des ihn beaufsichtigenden Steigers 70 Meter tief in einen sogenannten Ringschacht. Es sollte dies das letzte Todesopfer sein, bevor der Bergbau in der Region im Jahr 1990 endgültig eingestellt wurde.

Mehrere Kumpel kamen in der Grube auch durch Steinschläge ums Leben. 1952 gab es zudem zwei verheerende Unfälle durch Sprengstoff. Der Blankenburger Kurt Pfeiffer wurde nach einem Steinschlag eingeschlossen und starb infolge eindringenden Grubenwassers an Unterkühlung.

Die noch recht junge Tradition in der Bergmannssiedlung Oesig fndet immer am ersten Sonnabend nach dem jährlich begangenen " Tag des Bergmanns " statt.