Wernigerode. In geistiger Frische, körperlich aber nicht mehr ganz so f t, feierte am Montag im evangelischen Pf egeheim " Harzfriede " die studierte Landschaftsarchitektin Susanne Schmidt, die am 13. Juli 1904 als Sohn eines protestantischen Pfarrers in Dederstdt geboren worden war, ihren 105. Geburtstag.

Baudezernent Burkhard Rudo gratulierte ihr dazu im Namen des Oberbürgermeisters, des Landrates und des Ministerpräsidenten. Sie sei nicht nur die älteste Einwohnerin der Stadt, sondern auch eine der ältesten Bewohner unseres Landes, sagte Rudo.

Zu Ehren der Jubilarin, die unverheiratet geblieben war, fand zum Auftakt der Geburtstagsfeier in dem Pf egeheim eine von Frieder Anacker gehaltene Andacht statt, während der Gemeindepfarrer daran erinnerte, dass die Jubilarin nicht nur die Natur, sondern auch die Musik liebt. So hatte sie zwei Lieder ausgewählt, die von der großen Gratulantenschar gesungen wurde. Anacker war auch der erste Gratulant, ihr folgte Heimleiterin Iris Schuhmann.

Jubilarin liebt die Natur und die Musik

Alles erdenklich Gute wünschten anschließend die beiden Nichten Dr. Viktorra Pollmann aus Hofheim im Taunus sowie Imme da Haen aus Berlin, die den Familiensinn der Jubilarin hervorhoben. Sie habe beispielsweise die vier Nichten regelrecht bemuttert und sich rührend um sie gekümmert.

Sie sei auch Vorbild für ihre 18 Urgroßnichten und -neffen, was sich beispielsweise darin ausdrückte, dass es in den nachfolgenden Generationen fünf Landschaftsarchitekten gegeben habe. Diesen Beruf hatte Susanne Schmidt in ihrer Jugend studiert, aber wegen der Kriegs- und Nachkriegszeit nicht immer ausüben können. Die Jubilarin, die schon ab 1923 Motorrad fuhr und etwa ab 1925 mit dem Auto unterwegs war, arbeitete viele Jahre in Wernigerode. Seit 1970 lebt sie im Heim. Sie lese immer noch jeden Tag die Harzer Volksstimme, so die Jubilarin, die sich bei der Heimleitung für die gute Betreuung bedankte.