Die kommunale Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode ( GWW ) hat einen Goldpreis vom Bundesbauministerium erhalten. Von den 79 Bewerbern haben weitere 100 000-Euro-Prämien Projekte in Berlin, Dresden, Karlsruhe und Nürnberg erhalten. GWWGeschäftsführerin Kirsten Fichtner lüftet erste Geheimnisse ihres Konzepts.

Wernigerode. Das wichtigste zuerst : Noch ist das Ganze ein Projekt. Wie GWW-Chef n Kirsten Fichtner im Volksstimme-Gespräch betont, kann sie derzeit keine verlässliche Angaben über Baukosten, Umbauzeiten oder künftige Mietbelastungen für die Bewohner des Wohngebietes Stadtfeld machen.

Wie gesagt, noch bef ndet sich die " Welle " für Wernigerodes größtes Plattenbauviertel in den kleinsten Kinderschuhen. Es müssen allerdings durchaus ansehnliche " Schuhe " sein, da sich das Berliner Bundesbauministerium entschlossen hat, der kommunalen Wohnungsgesellschaft einen der fünf Goldpreise mit der stattlichen Summe von 100 000-Euro zu verleihen ( siehe Donnerstagausgabe ).

Apropos " Welle " : Die Architekten vom Berliner Stadtbüro Hunger haben sich für die Umgestaltung des Walter-Grosse-Rings einfallen lassen, teils Etagen abzutragen und teils " draufzusatteln ". Aus dem gleichförmigen fünfgeschossigen Bauklotz wird so ein Gebäude, das den Anblick einer Welle vermittelt. Angelehnt an den Rücken der Harzer Höhenzüge, die sich in Wernigerodes Westen zum Brocken erheben.

Kirsten Fichtner : " Mich hat diese Idee der Architekten sofort begeistert. Das Stadtfeld hat es verdient, dass Wernigerode-Besucher mit einem wahren ‘ Hingucker ‘ begrüßt werden. " Was kostet diese Begeisterung auslösende Idee ? Die GWWChefn muss – noch – passen. Das preisgekrönte Konzept, an dessen Erarbeitung die Berliner Experten für Stadtforschung und -planung maßgeblich beteiligt sind, hatte zunächst das Ziel, die Wohnhäuser aus der industriellen Plattenfertigung so zu sanieren, dass Energiekosten im erheblichen Maße gesenkt werden können. Wie Kirsten Fichtner sagt, gehen erste Überlegungen davon aus, die Verbrauchszahlen um mindestens ein Drittel senken zu können. Allerdings muss die GWW allein dafür geschätzte 10, 2 Millionen Euro investieren. Würden noch höherwertige Standards von Niedrigenergiehäusern als Ziel vorgegeben, erhöht sich dieser fnanzielle Aufwand auf 14 Millionen Euro. Damit will sich die GWW-Chefn jedoch nicht begnügen : " Unsere Gesellschaft unddieWernigeröderWohnungsgenossenschaft ( WWG ) haben in diesem Quartier insgesamt 2150 Wohnungen. Jeder elfte Wernigeröder hat dort sein Zuhause. " Fichtner zufolge müssen Siedlungen wie Burgbreite, Harzblick und das Stadtfeld viel mehr Aufmerksamkeit der Kommunalpolitik erhalten. " Wernigerode ist weit mehr als eine wunderschöne Altstadt, das muss künftig im Handeln der Stadträte und der Stadtverwaltung viel mehr deutlich werden ", fordert die Geschäftsführerin. Ihr Antrieb : " Wir verwalten nicht bloß Wohnungen, wir betreuen Menschen. "

Auch WWG-Vorstand Christian Linde steht voll hinter dem Projekt : " Es bringt die Entwicklung des Wohngebiets voran und wertet letztlich auch Wernigerode insgesamt auf. "

Die GWW-Chefn möchte das Stadtfeld zu einem Wohnviertel umgestalten, in dem die Menschen auch künftig gern leben. Das hat natürlich seinen Preis. Allein die Kosten der sogenannten energetischen Sanierung verteuern die Warmmiete um 40 bis 50 Cent pro Quadratmeter. Über die Jahre, so rechnet Kirsten Fichtner vor, werde die Mietbelastung wegen deutlich geringerer Heizkosten " in ein positives Ergebnis umschlagen ".

Werden die Grundrisse in den Wohnungen verändert, ein Stadtteilzentrum mit Angeboten für Jugendliche gebaut oder attraktive Spielplätze angelegt, so hat auch das seinen Preis. Allein werde ihre Gesellschaft das " Welle " -Projekt nicht stemmen können. Sie setzt darauf, dass das Wernigeröder Rathaus und das Land ( gerade wurde nur ein Halberstädter Neubauhaus mit einer Million Euro gefördert ) die GWW unterstützt. Und sie will ganz genau wissen, was es im Stadtfeld für Wünsche gibt. Kirsten Fichtner : " Ab Septem-