Landschaftspf ege und Tourismus kombiniert der Schäferhof Langenstein. Eine Harzperle, die Stützpunkt der ältesten Merino-Herdbuchzucht Deutschlands ist und Gäste mit einem vielseitigen kulturellen wie kulinarischen Angebot lockt.

Langenstein. Wo Traktor und Mähbalken versagen, da kommen sie zum Einsatz : Die Schafe im Außendienst aus Langenstein halten steile und unzulängliche Bergwiesen kurz und helfen so, die typische Harzlandschaft zu bewahren. Ganz nebenbei liefern sie auch noch leckeres Fleisch und feine Wolle. Letztere können Besucher des Schäferhofs in der Kreativwerkstatt erwerben, zum Beispiel in Form von " Harzer Heilwolle ". Das ist ein Vlies aus naturbelassener, also nicht gewaschener Wolle, das auf die betroffenen Hautpartien aufgelegt, mancherlei Beschwerden lindern soll.

Alte Handwerkstechniken, wie zum Beispiel das Filzen mit Wolle, können kleinere Besuchergruppen hier ganz spontan auch ohne vorherige Anmeldung dienstags bis sonnabends in der Zeit von 11 bis 17 Uhr ausprobieren. Größere Gruppen, zum Beispiel Schulklassen, sind ebenfalls willkommen, werden aber um telefonische Anmeldung unter ( 0 39 41 ) 61 50 13 gebeten.

Nebenan lockt der Hof aden mit Spezialitäten vom Lamm und anderen lokalen Produkten zum Einkauf. Die leckere Lammkeule aus eigener Schlachtung erhält der Feinschmecker hier ebenso wie die Kotletts für das sommerliche Grillvergnügen.

Merinoschafe wie sie in Langenstein gehalten werden, sind eine bodenständige Rasse. " Merinof eischschaf-Herdbuchzucht Heimburg 1861 – Landschaftspfege Harz e. V. " heißt es etwas umständlich im Namen des Vereins. " Wir erhalten hier die älteste Merino-Herdbuchzucht in Deutschland ", erläutert Lothar Streithoff, eines der Gründungsmitglieder des Vereins und ergänzt : " Das Herdbuch ist so etwas wie der Stammbaum der Tiere und wird bei uns seit 1861 für die ursprünglich in Heimburg ansässige Zucht geführt. "

1993 wurde die Merino-Schafzucht der Region, zuvor in den Händen einiger volkseigener Güter der Umgebung, privatisiert und von einem Verein übernommen. Seitdem haben die Landschaftspf eger auf vier Beinen ihren Stützpunkt auf dem denkmalgeschützeten Hof an der Quedlinburger Straße in Langenstein. Mit dem Erhalt der wertvollen Zucht als Kulturgut wollten sich die engagierten Langensteiner aber noch nicht zufrieden geben. Zunächst kamen Hof aden und Fleischerei dazu, später die Kreativwerkstatt. Ab 2001 wurde auf den Ruinen des eingestürzten Schafstalls das Landhotel Schäferhof errichtet, das im Februar 2003 eröffnete. Hier laden ein Biergarten sowie Café und Restaurant täglich zum Verweilen ein.

Großes Getümmel herrscht viermal im Jahr zu den Hoffesten. Dann wird auch der mächtige Lehmbackofen angeheizt, der die Besucher mit frischem Brot und Zuckerkuchen versorgt. Bei dieser Gelegenheit können die Gäste auch einmal eine Schafschur " live " erleben, was besonders für die Jüngeren interessant sei, weiß Lothar Streithoff. In diesem Jahr lädt der Schäferhof noch zum Erntedankfest am 26. September, zum Treffen der Jagdhornbläser am 11. Oktober und zum Christkindlmarkt am 28. und 29. November ein.

Der Hofaden ist von Dienstag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr und am Sonnabend von 8 bis 12 Uhr geöffnet ; im Internet :

www. schaeferhof-langenstein. de

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