Lustig wie immer, aber diesmal mit besonders viel Hintersinn und handwerklichem Geschick präsentierten sich die Wasserkistenbauer in Elend. Es war der Höhepunkt beim diesjährigen Waldbadfest.

Elend ( bfa ). Wahrhaft elendiges Wetter hatten viele Regionen bei ihren Festen den ganzen Sonnabend über. In Elend aber war es wenigstens beim 7. Wasserkistenrennen von oben noch trocken, sogar sonnig. Erst beim letzten Wasserfahrzeug goss es plötzlich wie aus Kannen.

So hatten Gerd Lattmann aus Braunlage

und Elends Bürgermeister Carsten Brett mit ihrem Zeitreise-Boot zum Thema " 20 Jahre Grenzöffnung " mit besonderen Widrigkeiten zu kämpfen. Die erste war gewollt : Denn es wurde so gerudert, dass das Einheits-Boot nicht vom Fleck kam, was von gut 100 Besuchern trotz des Regens bejubelt wurde. Erst als ein Zaun auf einem Mini-Brocken auf dem Boot per Zange zerschnitten wurde, ging es ab. Dabei trieben es die Helfer aus Wernigerode mit dem Anschub etwas zu arg und ließen das Boot kentern. Manche nahmen auch das symbolisch fürs bisweilen schwierige Zusammenwachsen im Harz. Etwas ramponiert, aber tapfer steuerten beide das Oberharz-Boot dann doch noch glücklich ins Ziel.

Zuvor hatten vor etwa 200 Gästen die skurrilsten selbstgebauten Wasserfahrzeuge das himmelblaue Becken im Waldbad Elend durchpflügt. Moderator und Ratsmitglied Peter Hunger machte den Anfang als " Barack Obama " - mit reichlich Schminke und einer Anlehnung bei Ronald Reagan. So wie der gefordert hatte, das Brandenburger Tor zu öffnen, meinte Hunger / Obama : " Mr. Böhmer, öffnen sie diesen Pool !" - denn das Waldbad Elend soll auf Spardruck von oben geschlossen werden.

" Mr. Böhmer, öffnen sie diesen Pool !"

Viel Beifall gab es auch für Elends Kindergartenkinder mit ihrer schönen Seerose, für den Nissanklub aus Wernigerode um Jens Küstermann und Sohn Tom, der ein Riesenreifenboot steuerte. Die jungen Frauen " Sybille & Silke " aus Elend ließen das ganze Waldbad von schaurigem Schweinegequieke widerhallen : " Schweinegrippe " war ihr ernstes Thema, das sie spaßig angingen. Miriam Kröber aus Oschersleben glänzte als Seerose, gezogen von der schwimmenden Familie. Oschersleben war auch noch mit einer großen Ente am Start.

Eine schwimmende, fast surreale Kamera präsentierte Lars Meißner aus Elend, während Dessauer Kinder – zurzeit im Jugendwaldheim Drei Annen – als Piraten herumschipperten und die Forstlehrlinge des Forstservicebetriebs Elend als Neptun daherschwammen.

Das Waldbadmonster wurde aber auch durch sie nicht geweckt, wie Peter Hunger kommentierte. Spaß jedoch, den hatten alle. Vor allem, als die Jugendfeuerwehr mit einem Mini-Gerätehaus losschipperte, das sich die Feuerwehr Elend so sehr wünscht, wie Bürgermeister Carsten Brett dazu sagte und das Geschehen gekonnt moderierte. Die Jury hatte es wieder mal schwer, legte sich aber doch auf ein Ranking fest. Mit guter Laune bis in die Nacht und Schnuppertauchen ging das Waldbadfest 2009 zu Ende.

Es war trotz der Regenschauer ein schönes Fest und zugleich ja auch Schützenfest, meinten etliche Besucher. Allen Organisatoren und vor allem allen Schwimmkistenbauern gebühre deshalb ein herzlicher Dank. Den Sieg für das beste Boot Marke Eigenbau vergab die Jury an die " Seerose " der Kindertagesstätte Elend. Platz zwei ging an die Schweinegrippenviren, Platz drei an Lars Meißners Fotoapparat.