Die Schweinegrippe ist auch im Harz auf dem Vormarsch. Allerdings wurden zumindest im Harz-Klinikum Wernigerode-Blankenburg bislang nur wenige leichte Fälle registriert. Vom Kreis-Gesundheitsamt gab es gestern aktuelle Zahlen und den Appell, bestimmte Vorkehrungen unbedingt zu beachten.

Wernigerode. " Im Harz-Klinikum sind bisher nur leichte Fälle von Schweinegrippe aufgetreten ", erklärte deren Pressesprecherin Kerstin Eilers auf Nachfrage. Stationäre Aufnahmen waren noch nicht notwendig. Bei den Betroffenen wurden Abstrichuntersuchungen vorgenommen und sie zur weiteren Behandlung nach Hause entlassen.

Der angekündigte Abwehrstoff wird Ende September bzw. Anfang Oktober in der Einrichtung erwartet. Kerstin Eilers : " Die Impfung findet voraussichtlich in der Klinik statt. " Sie soll analog der jährlichen Grippeschutzaktionen organisiert werden. Die Beteiligung daran war bisher gut.

Firmen und Behörden haben sich laut Pressesprecherin bisher noch nicht wegen der Schweinegrippe im Harz-Klinikum gemeldet. Dort kümmern sich speziell die Ärzte der Inneren Medizin und der Intensivmedizin um die Erkrankten. Die Koordinierung aller grundsätzlichen Schritte erfolgt durch den Ärztlichen Direktor Dr. Tom Schilling sowie die Fachschwestern für Hygiene.

Zu allen weiteren Fragen verwies Kerstin Eilers an das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung. Wie dessen Leiterin Dr. Heike Christiansen gestern informierte, ist auch in ihrem Verantwortungsbereich der bundesweite Trend eines Anstiegs zu verzeichnen. Mit Stand Montag, 28. Juli, gab es hier zehn, durchweg leichte Fälle der neuen Influenza A H 1 N 1. Sieben davon allein seit Anfang der vergangenen Woche. Nach Angaben der Amtsleiterin handelt es sich um drei Kinder und sieben Erwachsene. Vier der Betroffenen sind weiblich. Acht haben sich im Urlaub angesteckt. Jeweils einer in Mexiko, Thailand und Singapur sowie vier in Spanien. Heike Chrisiansen : " Das Erkennen von Verdachtsfällen wird dadurch erschwert, dass derzeit viele Menschen im herkömmlichen Sinne erkältet sind. " Deshalb hat das Gesundheitsamt bislang auch die Untersuchung von 21 Patienten veranlasst. Deren Laborbefunde waren negativ.

Die Amtsärztin appellierte deshalb, grundlegende Prämissen zu beachten. So sollten Kontakte zu anderen Menschen eingeschränkt werden. Dies gilt besonders für chronisch Kranke, Kindern, Schwangeren und in der Immunabwehr Gestörten. Zu vermeiden sind anhusten und -niesen, Händeschütteln und " Küsschen " zur Begrüßung. Besonders wichtig, so Heike Christiansen, ist die Hygiene. Deshalb sind ausschließlich Papiertaschentücher zu verwenden, die nur einmal benutzt und danach in einem Kunststoffbeutel verschlossen entsorgt werden sollten.

Die Medizinerin geht davon aus, dass sich der Virus A H 1 N 1 in Deutschland weiter ausbreiten wird. Sollte jemand die entsprechenden Symptome bei sich entdecken, sollte er sich möglichst schnell an seinen Hausarzt wenden.

Kerstin Eilers hat zudem noch einen Tipp parat. Im Landesamt für Verbraucherschutz stehen vorerst von montags bis freitags jeweils zwischen 8 und 16 Uhr Experten unter der Telefonnummer ( 03 91 ) 5 37 71 11 zur Schweinegrippe Rede und Antwort. Übrigens