Der neue Flächennutzungsplan der Stadt Wernigerode und ihrer Ortsteile Benzingerode, Minsleben und Silstedt ist vom Landesverwaltungsamt genehmigt worden. Mit der Veröffentlichung im Amtsblatt Ende Juni wird er rechtskräftig. Das gilt auch für die zwei " weißen Flecken " Golfplatz und Hasserode im Papier.

Von Ingmar Mehlhose

Wernigerode. Mit Datum 9. Juni hat das Landesverwaltungsamt Wernigerodes den neuen Flächennutzungsplan bestätigt. Mit den beiden " weißen Flecken " Kleingartenanlage Hasserode und Golfplatz Charlottenlust, wie Burkhard Rudo informierte. Letzteren gemäß einer vorhergehenden Absprache. Denn, so der Baudezernent, außer der Absicht, eine solche Anlage eventuell einmal errichten zu wollen, gibt es bisher nichts Konkretes.

Das vom Stadtrat am 28. Mai beschlossene Zukunftspapier für die Stadt und ihre drei Ortsteile Benzingerode, Minsleben und Silstedt soll für die nächsten 15 bis 20 Jahre Bestand haben. Rudo : " Der Flächennutzungsplan ist die wesentliche Grundlage für eine geordnete Entwicklung. " Er regelt allerdings nicht jedes Detail. Änderungen sind bei Bedarf jederzeit möglich. So ist landes- und regionalplanerischen Vorgaben, z. B. als sogenanntes Vorhaltegebiet für Tourismus, Erholung, Standort für großf ächige touristische und industrielle Anlagen sowie für Natur und Umwelt " in ausgewogenem Maße Rechnung zu tragen ".

Der Dezernent : " Die entscheidende Grundlage ist die Entwicklung der Bevölkerung. " Hatte Wernigerode 1989 noch 39 500 Einwohner, so sind es aktuell ohne die künftigen Ortsteile Schierke und Reddeber 33 500. Eine plausible Analyse prognostiziert für 2020 einen Rückgang um weitere 2200 Menschen. Burkhard Rudo : " Zwar mit abgeschwächtem Verlauf, aber es werden trotzdem weniger. Zum ersten Mal seit Generationen. Deshalb müssen wir umdenken. " Künftig geht es demnach nicht mehr darum, zu expandieren, sondern den vorhandenen Bestand zu pfegen. Die Devise heißt : " Innen geht vor außen. "

" Über Golfplatz und

Hasserode muss

noch entschieden

werden "

So wird die Stadt mit dem 70 Hektar großen Gewerbegebiet an der Schmatzfelder Chaussee nur ein neues Gewerbegebiet entwickeln. Bei den Flächen für Wohnbauten ist nach den Worten des Dezernenten aus demografschen Gründen und wegen des veränderten Bedarfs " eine deutliche Korrektur " erfolgt. Trotz rückläuf ger Bevölkerung besteht eine erhöhte Nachfrage, weil immer mehr Singlehaushalte zu registrieren sind. Burkhard Rudo : " Über den jetzigen Bestand von 17 800 werden bis 2020 noch 855 weitere Wohnungen erforderlich sein. " Sie können innerhalb der Stadt bzw. den Ortsteilen errichtet werden. Ursprüngliche Pläne wie die 20 Hektar umfassende Gartenanlage Burgbreite-S üd dafür auszuweisen, wurden ad acta gelegt.

" Trotz rückläuf ger Bevölkerung besteht

ein Mehrbedarf an

Wohnungen "

Auch in punkto Tourismus enthält das Papier klare Aussagen. Danach bleibt das Ochsenteichgelände dafür reserviert, auch wenn es dort derzeit kein konkretes Vorhaben gibt. Ebenfalls festgehalten wird an den beiden Campingplätzen im Mühlental und in Minsleben.

Laut Rudos weiterer Darstellung wird es weder bauliche Erweiterungen in Schutzgebieten, noch zusätzliche Areale für große Einkaufsmärkte geben. Für den Landschaftsschutz werden insgesamt 110 Hektar an Ausgleichsf ächen ausgewiesen. So u. a. im Bereich der Schmatzfelder Chaussee und der gesamte Lauf der Holtemme.

" Der Plan ist ein zeitgemäßes Werk ", ist der Baudezernent überzeugt. Für 12 500 Hektar Stadtgebiet wurde damit die zukünftige Bestimmung gesichert. Lediglich über Golfplatz und Hasseröder Gartenkolonie mit insgesamt 110 Hektar muss noch entschieden werden.

Mit der Veröffentlichung im Amtsblatt Ende Juni wird das Papier rechtskräftig. Übrigens