Staunen, Lob für die Akteure und künftig mehr Werbung über die Marketinggesellschaften in Sachsen-Anhalt - so das Fazit des Besuchs von Wirtschaftsminister Reiner Haseloff in der Westernstadt : Eine Premiere mit Steckbrief.

Hasselfelde. Beeindruckt von der " nicht geahnten " Größe und auch der Originalität der Westernstadt " Pullman City Harz " zeigte sich am Freitagnachmittag Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Reiner Haseloff ( CDU ). Er hatte die Einrichtung erstmals besucht, um sich ein Bild zu machen und über die Entwicklung des Tourismus zu sprechen. Die Westernkommune sei ein tolles Angebot, ein Highlight, so Haseloff nach der " Wild West Show ", der größten Schau im täglich bunten Angebot der Einrichtung. " Warum in die Ferne schweifen ? Jedes Kind aus Sachsen-Anhalt sollte einmal mit seinen Eltern hier gewesen sein, mindestens ", so Haseloff begeistert. Auch die Preise seien akzeptabel. " Jedes Museum kostet heute viel Eintrittsgeld, und hier hat man dafür den ganzen Tag Zeit, die Shows und die anderen Angebote ", argumentierte der Minister.

Die Zeiten der drohenden Insolvenz seien überwunden, berichtete Stadt-Manager Wolfgang Hagenberger. Rund 300 000 Touristen kommen seinen Angaben zufolge jährlich durch die Magnetwirkung der Urlaubsstadt in den Harz, würden auch viele weitere Angebote der Harzer Besonderheiten - wie etwa den Brocken oder die Tropfsteinhöhlen - besuchen. Die Palisadenstadt sei nicht zuletzt auch deshalb anstelle der alten Radarstation der Sowjetarmee hier im Harz errichtet worden, erläuterte der Manager, weil im 19. Jahrhundert viele Harzer nach Amerika auswanderten und dort Neues aufgebaut hätten. Dieser Pionierzeit fühle sich die Westernstadt verpflichtet, aber gewaltfrei, ohne Schießereien.

Mit 72 Festangestellten und 50 Saisonarbeitsplätzen sei das zur Gründung im Jahr 2000 angestrebte Beschäftigungssoll in der sonst strukturschwachen Region übertroffen worden, legte Hagenberger dar : " Und alles ist ausbaufähig !" Etwa 20 weitere Arbeitsplätze seien mit dem Bau eines " Bikerzentrums Harz " geplant. Noch bis zum Spätsommer soll es vor den Toren der Westernstadt entstehen. Auch der Schienenanschluss zur Harzquerbahn mit Westernbahnhof werde nach wie vor angestrebt. Gespräche mit der Harzer Schmalspurbahnen GmbH laufen.

" So schaffen wir Stück für Stück ein attraktiveres Gesamtpaket, das dem Harz insgesamt zugute kommt, und wir schaffen es aus eigener Kraft ", betonte Hagenberger. Er bat nicht um Fördergeld, aber Unterstützung bei der besseren weiträumigen Ausschilderung der Westernstadt wäre gut, sagte er. Das nahm der Minister mit und will zur stärkeren Einbeziehung der Stadt in die Werbearbeit von Landes-Marketing- und Tourismus-Marketing-Gesellschaft anregen.

Nebenbei gestand der Wirtschaftsminister ein, von klein auf Western-Fan zu sein, sogar mit einem Blutsbruder, der heute in Kanada lebe. Da passte der eigenwillige Willkommensgruß der Westernstädter ganz gut : An etlichen Türen prangte ein Steckbrief mit des Ministers Kopf darauf, Belohnung : 1000 Dollar.