Die Sitzverteilung im neuen Stadtrat der künftigen Einheitsgemeinde Ilsenburg steht fest. Wichtigste Änderung dürfte der Verlust der absoluten Mehrheit der Sozialdemokraten sein. Nach dem vorläuf gen Endergebnis sind die SPD und die CDU mit jeweils sieben Mandaten fast gleichauf die stärksten Parteien.

Ilsenburg. Nach der Kommunalwahl am Sonntag luden die großen Parteien zu Wahlpartys ein. Allerdings kam kaum Partystimmung auf, denn die Zusammenkünfte glichen einem kollektiven Rätselraten. Im Halbstundenrhythmus entsandten die Parteien ihre Vertreter in das Bürgerbüro, um von Wahlleiterin Silke Niemzok und ihrer Stellvertreterin Rita Lüttge die aktuellen Zahlen zu erhalten.

Die ersten, die Grund zur Freude hatten, waren die Sozialdemokraten, deren Spitzenkandidat Wilfried Obermüller schon kurz nach 21 Uhr als sicherer Mandatsträger des neuen Stadtrates feststand. Der Noch-Bürgermeister, der am 30. Juni in den Ruhestand geht, um am 1. Juli sein Ratsmandat anzutreten, errang mit deutlichem Abstand die meisten Stimmen aller Bewerber der Neu-Ilsenburger Kommunalwahl.

Aber es gab auch enttäuschte Gesichter bei der SPD. Schon früh wurde deutlich, dass die bisherige Ilsenburger Ratsvorsitzende Corinna Riemenschneider und das langjährige Ratsmitglied Hans Hümer keinen Sitz im neuen Stadtrat erhalten werden.

Bei der CDU, die in "Schröders Café" versammelt war, war die Stimmung besser. Dafür sorgte zunächst das Ergebnis aus Drübeck, die Resultate aus Darlingerode verstärkten gegen 22 Uhr die gute Laune. Und die CDU hatte ihre eigene Wahlzentrale. Werner Hofmann, bisheriger Fraktionschef der Partei, hatte auf seinem Laptop ein Programm geschrieben, in dem die Ergebnisse verarbeitet wurden.

So war es möglich, dass die sieben Kandidaten mit den meisten Stimmen schon am Montagmorgen auf der Internetseite von Bürgermeisterkandidat Denis Loeffke nachzulesen waren - allerdings mit dem Hinweis auf die eigenen Recherchen. Hoffmanns Programm war gut, denn gegen 13 Uhr wurden gestern die Namen off ziell bestätigt.

Bei der Linkspartei, die in der Sportlergaststätte versammelt war, blieb der große Jubel aus. Enttäuscht waren aber auch sie nicht. Vor allem Eberhard Schröder aus Darlingerode präsentierte sich in guter Laune. Der Kreistagsabgeordnete trat erstmals im Ort an und war froh, als "Zugezogener" ein stolzes Ergebnis erreicht zu haben. Dass es am Ende nicht ganz reichen würde, wusste er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Das vorläufge Endergebnis gab Silke Niemzok gestern gegen 13 Uhr bekannt. Dies war dem komplizierten Rechenmodus und dem knappen Wahlausgang geschuldet. Das off zielle Endergebnis gibt es heute Abend.

In der Addition aller Stimmen hatte die SPD am Ende genau elf Stimmen mehr als die CDU. Sie bleibt damit mit hauchdünnem Vorsprung die stärkste Partei. In der "Kernstadt" Ilsenburg sicherten sie sich 48,3 Prozent vor der CDU (30,6) und den Linken (15,6). Die Resultate der künftigen Ortsteile sorgten jedoch für das knappe Endergebnis.
Von den 20 künftigen Räten kommen zwölf aus Ilsenburg, sechs aus Darlingerode und nur zwei aus Drübeck. Und dies sind ausgerechnet die Herren gleichen Namens - Günter Abel. Schützenhauswirt Abel zog mit seinen Stimmen über die CDUListe ein, für Bürgermeister Abel reichte der hohe Stimmenanteil auf der Liste der Freien Wählergemeinschaft Drübeck zum Ratsmandat. Dass nicht mehr Vertreter des künftigen Ortsteils Drübeck im neuen Stadtrat vertreten sind, ist der Wählergemeinschaft geschuldet, die nur in ihrem Wahlbereich antrat. So blieben die meisten ihrer Kandidaten außen vor, da ihrer Liste mögliche Stimmen aus Darlingerode und Ilsenburg fehlten.

Mit Spannung wird nun erwartet, welche Koalitionen sich im neuen Stadtrat bilden werden.