Die Sitzverteilung im neuen Wernigeröder Stadt steht fest. CDU und SPD haben Mandate hinzugewonnen, Linke und Grüne verloren. Personell gibt es etliche Änderungen.

Wernigerode. Das off zielle Ergebnis der Stadtratswahlen wird zwar erst am Donnerstag, 11. Juni, ab 16 Uhr vom Wahlausschuss im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses endgültig bestätigt. Da es dabei höchstens minimale Abweichungen geben wird, stehen Verlierer und Gewinner bereits fest.

Zu letzteren gehören zweifellos bei der SPD Rainer Schulze und Prof. Dr. Armin Willingmann. Der langjährige Fraktionschef im Stadtrat und der politische Neueinsteiger vereinigen allein 5032 Stimmen auf sich. Das sind über 400 mehr, als alle nachfolgend gewählten elf Fraktionsmitglieder zusammen erringen konnten.

Ein völlig anderes Bild bietet sich hingegen bei der um eines auf 14 Mandate verbesserten CDU. Hier sind fünf Kandidaten mehr oder weniger klar vorn, jedoch auf deutlich niedrigerem Niveau (siehe Sitzverteilung). Besonders auffällig: Nicht etwa ein (Landes-)Politiker aus der Stadt steht an der Spitze, sondern mit Karl-Heinz Mänz Silstedts Ortsbürgermeister.

Bei der Linken garantiert einmal mehr Dieter Kabelitz, dass die Partei nicht abstürzt. Der Fraktions-Erste erreicht mit seinen 1764 Stimmen das drittbeste Ergebnis aller 101 Kandidaten. Dahinter klafft eine große Lücke. Wohl der Hauptgrund dafür, dass die Sozialisten zwei Sitze einbüßen und nur noch mit acht Abgeordneten vertreten sind.

Das Wahlziel klar verfehlt hat Haus & Grund. Statt des begehrten dritten Mandats bleibt es ganz knapp bei zwei.

Noch ärger trifft es Bündnis 90/Die Grünen. Lediglich Sabine Wetzel kann überzeugen. Der zweite Sitz ist futsch.

Quer durch die Reihen müssen die Parteien prominente Verluste beklagen. So gehört nach jetzigem Stand der Dinge Paul-Friedrich Niemann für die CDU nicht mehr dem Stadtrat an. Bei der SPD erwischt es Finanzausschusschef Robert Marhold. Mit seiner Kollegin vom Sozialen, Ingetraud Schenkel, Marlies Ameling als Vize-Präsidentin des Stadtrates, Marita Rothschuh, Norbert Tholen und Heinz-Henning Schlömp sind fünf Mitglieder der bisherigen Linke/BI-Fraktion abgelöst worden. Auch Wolfgang Köhler (FDP) hat seinen Status verloren. Statt seiner gilt Stefan Wesirow als gewählt.

Nicht der einzige Neue, der vorn mitmischen darf. So steigen bei der CDU Michael Wiecker, Christiane Hopstock, Roland Richter, Dr. Bernhard Ellendt und André Weber in die Fraktion auf. Bei der SPD gelingt der Schritt Michael Hartung, Peter Hausmann, Erwin Harz, Sylke Möser und Julia Brandt. Prof. Dr. Gisela Holicki, Inge Lande und Ulla Wittur komplettieren für die Linke die Personalveränderungen.