Der Streit um den Namen " Stadt Oberharz am Brocken " ( wir berichteten ) sorgt auch in Wernigerode für heftige Kritik. Oberbürgermeister Peter Gaffert hat sich deshalb in dieser Angelegenheit an Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann gewandt.

Wernigerode. Aus Sicht der Wernigeröder ist danach der am 7. Mai in Clausthal-Zellerfeld vorgeschlagene Name für das neue Konstrukt " in keiner Weise geeignet, eine Lösung für das entstandene Problem und eine Grundlage für eine fruchtbare Zusammenarbeit aller Harzgemeinden zu sichern ".

Gaffert : " Im Gegenteil : Neben dem damit nicht gelösten Konflikt mit der Samtgemeinde Oberharz, der sich in der Außenwahrnehmung als Ost-West-Konflikt darstellt, verursacht von sturen Kommunalpolitikern im Ostharz, tritt nun ein weiterer Konflikt um den Namenszusatz ‚ Brocken ‘ oder ‚ am Brocken ‘ hinzu. "

" Konflikt, verursacht von sturen Kommunalpolitikern im Ostharz "

Norddeutschlands höchster Gipfel gehört zur Gemarkung Schierke und somit ab 1. Juli zur Stadt Wernigerode. Der Rathauschef : " Der Namenszusatz ‚ Schierke am Brocken ‘ ist schließlich seit 100 Jahren gebräuchlich und touristisch eingeführt. " Und : " Er eignet sich deshalb weder als klärender geografscher Zusatz für das neue kommunale Gebilde, noch als sein touristisches Markenzeichen. " Stattdessen sind aus Gafferts Sicht Verwirrungen in der konkurrierenden Außendarstellung vorprogrammiert. Diese werden weder für die neue Gemeinde, noch für Schierke und Wernigerode förderlich sein. Das Stadtoberhaupt : " Im Interesse der touristischen Wahrnehmung des Gesamtharzes legen wir großen Wert darauf, eine enge und abgestimmte Zusammenarbeit aller auf diesem Sektor engagierten Orte des Harzes voranzubringen. " Derzeit laufen intensive Gespräche zur Neuorganisation der Strukturen, um gemeinsam eine stärkere Position am Markt zu erlangen. Diese Verhandlungen sollen zum Jahresende abgeschlossen sein. Der Oberbürgermeister : " Unnötige, das Zusammenwachsen des Harzes eher gefährdende als fördernde Fehlentscheidungen würden den ohnehin nicht einfachen Prozess belasten. "

Aktuell informiert die Samtgemeinde Oberharz über den Stand ihrer Erwägungen im Streit und bietet den Wernigerödern einen regelmäßigen Austausch von Informationen an. Peter Gaffert : " Gemeinsame Hoffnung ist es, dass sich die betroffenen Bürgermeister bewusst werden, was alles mit einer starren Haltung zerstört werden kann. " In diesem Sinne wurde den Orten der neuen Kommune " in sehr sachlicher Weise " empfohlen, einen Namen zu wählen, " der ihrer Geschichte und Identität entspricht, ohne andere Gemeinden zu verärgern oder für Irritationen zu sorgen. " Aus Wernigeröder Sicht liegen dafür durchaus gut begründete und touristisch wertvolle Vorschläge vor.

Der Oberbürgermeister bittet den Innenminister abschließend, seinen Einfluss und " möglicherweise Ihre rechtlichen Möglichkeiten " einzusetzen. Ziel dessen muss die Herbeiführung einer Lösung sein, die geeignet ist, " kurzfristig die zerstörerische Außenwahrnehmung eines völlig unnötigen Ost-West-Konfliktes zu beenden ". Übrigens