Drei Annen Hohne. Fernab von der Hektik der Stadt und den Menschentrauben des Rathausfestes ereignete sich am Freitagabend etwas Außergewöhnliches. In wildromantischer Waldkulisse erlebten 500 Zuschauer das Musik- und Tanzspektakel " Sagenumwobene Bergwildnis " zur Sommersonnenwende. Und was das Team vom Nationalpark Harz rund um den Hohnehof auf die Beine gestellt hatte, war wirklich sagenhaft.

" Ich freue mich, dass Sie dem Wetterbericht nicht getraut haben und trotz der schlechten Vorhersage hergekommen sind ", sagte Organisatorin Irmgard Theel zur Begrüßung. Wie bei der Premiere im Vorjahr hatten das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode und die RM-Balance Dance Company aus Blankenburg ein stimmungsvolles Programm vorbereitet. Durch den Abend führte mit Charme und Witz die Sopranistin Ingrid Krauß. " Teufels-Marsch ", " Koboldstanz " und " Hexentanz " – Orchesterchef Christian Fitzner und seine Musiker hatten wieder Stücke vorbereitet, die perfekt mit der mystischen Naturkulisse harmonierten. Ein Genuss für Augen und Ohren. Gänsehautstimmung dann bei Ingrid Krauß ‘ Gesangseinlage " Lied an den Mond ". Für Farbtupfer sorgten die fantasievollen Kostüme der Blankenburger Tänzerinnen. Ob als Rüpel, Walzerköniginnen oder Krapfenwaldl-M ädchen – ihre Auftritte begeisterten.

Nach der Pause knäckerten die Feuerchen überall auf dem Hohnehof, was zur einbrechenden Dunkelheit besonders für Stimmung sorgte. Viele Zuschauer hatten sich inzwischen in wärmende Decken gehüllt. Zum Abschluss wurde allen nochmal warm ums Herz. Zu Smetanas " Moldau " hatte Heide Reinsch eine wunderbare Choreografe für ihre Schülerinnen entworfen – mit Mond, Sonne, Sternen, Jägern, Tieren, fröhlichen Menschen – und natürlich dem sich stetig ändernden Fluss. Ein wahrer Augenschmaus für die Zuschauer.

Nur einer war an diesem Abend zu bedauern : Christian Fitzner, der als Dirigent der Bühne den Rücken zukehrte und fast nichts von dem Spektakel hinter sich mitbekam.