Genauso wie die Gentechnik in der Gesellschaft umstritten ist, war es lange Zeit im Kreistag strittig, wie mit der Mitgliedschaft im "InnoPlanta"-Verein umzugehen ist. Eine klare Mehrheit hat jetzt für den Austritt gestimmt.
Halberstadt l Ein Erbe kann man annehmen, muss man aber nicht. Übertragen auf den Harzkreis bedeutet das, eine "geerbte" Fördermitgliedschaft muss kein Bündnis für die Ewigkeit sein.
Der frühere Quedlinburger Kreis war Mitglied im "InnoPlanta"-Verein, einem Lobbybündnis für Gentechnik in der Pflanzenzucht. Mit der Kreisgebietsreform haben auch die Bewohner der früheren Kreise Halberstadt und Wernigerode diese Vereinsmitgliedschaft geerbt.
Überraschende Abstimmungen in den Fachausschüssen
Die "InnoPlanta"-Mitgliedschaft stand in der Vorwoche zum zweiten Mal auf der Tagesordnung einer Kreistagssitzung (Volksstimme berichtete). Die Abstimmung des SPD-Antrages war mit Spannung erwartet worden, weil es in den Sitzungen der Fachausschüsse überraschende Voten gegeben hatte. Wie berichtet, sprach sich der Umweltausschuss gegen den "InnoPlanta"-Austritt aus, während der Wirtschaftsausschuss dafür gestimmt hatte.
Klar und deutlich hatte sich auch der CDU-dominierte Kreisausschuss gegen das SPD-Papier ausgesprochen.
Das hatte wohl die knapp zwei Hand voll Demonstranten aus dem Lager der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) und der "Interessengemeinschaft Gentechnikfreie Landwirtschaft Harzkreis" auf den Plan gerufen. Ihre angemeldete Demonstration und jene spontane von Verdi-Gewerkschaft, Betriebsräten und Klinikmitarbeitern aus Quedlinburg, Blankenburg und Wernigerode hatten bekanntlich für zwei Demos und somit für ein Novum bei einer Kreistagsdebatte gesorgt.
Erfolgloser CDU-Hinweis auf SPD-Landrat Ulrich Gerster
Selbst für die eigene Fraktion überraschend, so der SPD-Politiker Ludwig Hoffmann gegenüber der Volksstimme, fand der Austrittsantrag eine große Zustimmung. Mit 24 zu 15 Stimmen fiel die Abstimmung deutlich zu Gunsten der Sozialdemokraten aus.
Dabei hatte zuvor CDU-Fraktionschef Thomas Balcerowski gewarnt, ein "InnoPlanta"-Nein sei das falsche Signal. Der Thalenser hatte zudem auf den Bernburger SPD-Politiker Ulrich Gerster verwiesen, der als Salzlandkreis-Landrat dem "InnoPlanta"-Vorstand angehöre - erfolglos.
Wie Ludwig Hoffmann betonte, sei der Kreistag der falsche Ort, um über das Für und Wider von Gentechnik in der Landwirtschaft zu diskutieren. Der Sozialdemokrat aus Wernigerode verwies auf das Schreiben der Harzer "Interessengemeinschaft Gentechnikfreie Landwirtschaft" an alle Kreistagsmitglieder, deren Argumenten pro InnoPlanta-Austritt sei nur wenig hinzuzufügen. Dieser Beschluss bedeute "weder das Ende der Gentechnik in der Region noch eine Entscheidung gegen diese Firmen und ihre Arbeitsplätze". Ein weiteres Argument lautet, "nur mit dem Austritt sei es möglich, dass der Harzkreis auch eine biologische, traditionelle, in jedem Falle aber auch gentechnikfreie Landwirtschaft wenigstens gleichberechtigt unterstützt".
Für Hoffmann bedeutet der Kreistagsbeschluss ein deutliches Signal gegen eine einseitige Lobbypolitik: "Genauso gut hätten wir fordern können, dass der Harzkreis Mitglied bei Greenpeace wird."
Wernigerode (ru) l Er ist vor drei Jahren selbst an Krebs erkrankt gewesen. Deshalb war es Benno Schmidt wichtig, sein gestriges Doppeljubiläum in den Dienst jener Menschen zu... weiterlesen
Wienrode l Große helfen den Kleinen - das Grundprinzip der Pfadfinder gilt in allen Organisationen. Über 250 der freikirchlichen Pfadfinder aus dem Norden Deutschlands und sogar... weiterlesen
Von Andreas FischerReddeber l Mit Unterstützung durch den Ortschaftsrat wird es am 29. September in Reddeber erstmals einen Tag der Vereine geben. Die Anregung dafür kam aus den Reihen der organisierten Jäger... weiterlesen
Seinen 80. Geburtstag und 6666. Brockenaufstieg hat Benno Schmidt gestern auf dem Harzgipfel gefeiert. Das Geschenk nahm er dankend an und lud all die Freunde ein... weiterlesen
![]() |
Magdeburg l Der Mann, der am 9. November 2007 gegen 17 Uhr einer Sparkassenmitarbeiterin in der... weiterlesen
Der Tunnel kommt doch ....! Die Typen vom BUND (die noch auf Kosten der Steuerzahler agieren) machen die ganze Thematik TUNNEL um das doppelte teurer. Das diese "Fraktion" nicht endlich beiseite geschoben wird, ist mir unverständlich. Was ist das bloß für eine Gesellschaft ?! Zu DDR-Zeiten war dieser tunnel im Gespräch, weil er gebraucht wurde und gebraucht wird. Nur mit dem Unterschied, die DDR hatte kein Geld. Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen die Sache durchziehen !
Vergesst die inzwischen verschwundenen Museen nicht! Da gehen große Kostbarkeiten verloren - wie im Fall des in Sachsen-Anhalt einmaligen und großen Natur- und Völkerkunde-Museums "Julius Riemer" in Wittenberg. Das hat inzwischen geschlossen und es steht in den Sternen, ob es je wieder in annähernd der Größenordnung zu sehen sein wird wie bisher. Siehe auch www.riemer-museum.de - die Webseite der Bürgerinitiative, die versucht, das Museum zu retten. Dort gibt es auch eine Fotogalerie (im Aufbau) über die breit gefächerte Sammlung kostbarer und kostbarster Zeugen der Entwicklung des Lebens und vor allem der Menschheitskultur.