Immer im Frühjahr werden die Wohngebiete in Wernigerode geputzt. Und immer gibt es Parksünder, die die Arbeiten behindern. Das Ordnungsamt greift durch, zuletzt bei der Komplexreinigung im Harzblick.

Wernigerode. Erst kam die Kehrmaschine, dann die Politessen und dann der Abschleppdienst. Die Harzblick-Bewohner staunten nicht schlecht, über das, was sich bei der jüngsten Komplexreinigung in ihrem Wohngebiet abspielte. " Es standen viele Autos im Parkverbot ", berichtet Anwohner Denny Sander gegenüber der Volksstimme. Kein Wunder, mutmaßt der Wernigeröder.

Über die Reinigungsaktion der Wernigeröder Stadtverwaltung und das damit verbundene Parkverbot habe lediglich ein etwa 20 Zentimeter großes Schild mit dem Aufdruck " Komplexreinigung " informiert. Dieses hing " unterhalb des gewöhnlichen Parkverbotsschildes in der Einfahrt zum Harzblick sowie nochmals auf Höhe der Grundschule ", so Denny Sander. Welche Straßen denn nun genau gereinigt werden sollten, darüber sei nicht informiert worden. " Auch, dass die Schilder alle in der selben Straße angebracht waren, trug nicht zum besseren Verständnis bei. " Das Resultat : Allein in Unterm Wulfhorn hätten etwa 20 Autohalter zuerst ein 25-Euro-Knöllchen für das Falschparken und anschließend eine Rechnung für das Abschleppen über 83 Euro erhalten. Unser Leser vermutet, dass die Unübersichtlichkeit gewollt war. Denny Sander : " Dieses Handeln lässt vermuten, dass die Stadt zur Aufbesserung der Haushaltskasse absichtlich so agiert. "

Vorwurf entschieden zurückgewiesen

Das weist Barbara Seedorf entschieden zurück. " Die Komplexreinigung im Harzblick wurde bereits im März im Amtsblatt angekündigt und sechs Tage vorher ausgeschildert ", sagt die Mitarbeiterin des Ordnungsamtes auf Volksstimme-Nachfrage. Mit einem sogenannten " eingeschränkten Halteverbot für eine Zone " von 13 bis 16 Uhr. Das Schild samt Hinweis auf die Säuberungsaktion habe in der Heidebreite an der Einfahrt zum Wohngebiet Harzblick gestanden, ein zweites sei Am Barrenbach gewesen. " Die Straße Am Wulfhorn und auch die anderen Straßen des Wohngebietes sind nur über die Heidebreite zu erreichen. Es fährt also jeder daran vorbei. " Zudem hebe sich das " Halteverbot für eine Zone ", nicht an der nächsten Kreuzung auf.

Die Komplexreinigung im Harzblick, wie auch in den anderen Wohnvierteln der Stadt, findet jedes Jahr im Frühling statt und schließt auch die Parkplätze ein. " Gerade dort sammeln sich nach dem Winter immer riesige Dreckberge an ", weiß Barbara Seedorf. " Wenn die Autos stehenbleiben, kommen wir mit der Kehrmaschine nicht an den Dreck heran. " Deshalb mussten die Pkw " im Rahmen der Gefahrenabwehr " von einem Abschleppunternehmen umgeparkt werden. " Auf eine bereits gesäuberte Fläche in der Straße. Die Besitzer mussten also nicht lange suchen. " Die Kosten für das Abschleppen habe die Stadtverwaltung " vorgeschossen ", und fordere sie nun samt Verwarngeld von den Falschparkern zurück.

Probleme mit Parksündern gibt es laut Barbara Seedorf übrigens in jedem Jahr, und jedes Mal müsse dann der Abschleppdienst anrücken. " Glücklicherweise sind es in diesem Jahr deutlich weniger. Einige Leute haben wahrscheinlich aus ihren Fehlern gelernt ". Übrigens