Wernigerode ( ru ). Für die Eingemeindung von Reddeber nach Wernigerode hat der einstweilige Ausschuss des Stadtrates bereits vor 14 Tagen die Weichen gestellt ( wir berichteten ). Mittlerweile ist ein entsprechender Vertragsentwurf ausgearbeitet und auch schon mit dem 16. Juni der Termin für die Unterzeichnung bestimmt worden. Die " Ehe " soll noch in der freiwilligen Phase der Gebietsreform bis zum 30. Juni besiegelt werden.

Voraussetzung sind noch die Zustimmungen vom Wernigeröder Stadtrat und Gemeinderat Reddeber. Doch das Papier stößt in der Nordharzgemeinde auf nicht besonders große Gegenliebe. " Die Begründung ist uns zu negativ formuliert ", sagte Reiner Oppermann in der Hauptausschusssitzung am Mittwochabend. Vorallem stoßen sich Reddebers Bürgermeister und sein Vize, Macus Meier, an dem Zahlenmaterial. " Sie vermitteln den Eindruck, nur einen hoch verschuldeten Ort zu übernehmen. " Dass dem nicht so sei, erläuterte Meier und korrigierte die aufgelisteten Zahlen wie Fehlbeträge, Kreditbelastung und Gesamtverschuldung von etwa zwei Millionen Euro zum Teil nach unten. Auch wies er darauf hin, dass die finanziellen Belastungen sinken werden und das Gewerbegebiet in Reddeber, wo rund 430 Menschen in Lohn und Brot stehen, " nicht von der Wirtschaftskrise

betroffen ist ". Im Vorjahr seien Steuereinnahmen von rund 800 000 Euro gef ossen. " Außerdem ist in unserem Dorf alles in Ordnung, sind Vereinsheime, Feuerwehr und Straßen saniert ", ergänzte Oppermann.

Oberbürgermeister Peter Gaffert und auch die Ausschussmitglieder aller Fraktionen ließen keinen Zweifel daran, dass die Eingemeindung nicht gewollt sei. " Sie ist für beide Seiten ein Gewinn ", " daran wird nicht gerüttelt ", hieß es. Es sei aber der Wunsch der Stadträte gewesen, mit " Echtzahlen " zu argumentieren. Nicht, um zu schocken, wie Oppermann befürchtete, sondern sich an Fakten orientieren zu können. So sollen die Zahlen nochmals überprüft und entsprechend im Beschlusstext korrigiert werden.

Außerdem wurde den Gästen aus Reddeber zugesichert, neben den Schulden auch die " Schönheiten " der " Braut " in der Stadtratssitzung am kommenden Donnerstag, 28. Mai, ab 17. 30 Uhr im Wernigeröder Rathaussaal aufzuzeigen.

Zufrieden verließen Reiner Oppermann und Marcus Meier die " Brautschau ".