Ausgesetzte Tiere sind für die Mitarbeiter im Wildpark " Christianental " zwar kein neues Problem. Zuletzt hat sich die Lage aber drastisch zugespitzt. In nur zwei Wochen wurden allein fünf Kaninchen auf diese Weise " entsorgt ".

Wernigerode. Vier Langohren wurden wie Müll über den Zaun in das Streichelgehege geworfen, einer an der Straße zum Wildpark ausgesetzt.

Petra Thieme und ihre Kollegen sind darüber entsetzt, wie sich manche Zeitgenossen ihrer vom niedlichen Kuscheltier zum ungeliebten Anhängsel mutierten Vierbeiner entledigen. Die Pflegerin : " Das ist unverantwortlich !" Zwar gab es auch in der Vergangenheit immer wieder mal solche Fälle, aber noch nie so massiv wie in den vergangenen zwei Wochen. Eines der Tiere war in einer derart schlechten Verfassung, dass es verendete. Die anderen konnten zwar wieder aufgepäppelt werden, bei ihren Artgenossen finden sie allerdings kein neues Zuhause. Warum, erläutert Frank Schmidt. Der Wildparkchef : " Unser Bestand ist harmonisiert. Da stören sie nur. " Die rechtmäßigen Bewohner des Geheges setzen sich mit aller Gewalt gegen die Eindringlinge zur Wehr. Zudem kann solch ein Fremdling eine Seuche einschleppen. Wie vor zwei Jahren, als laut Schmidt der gesamte Nachwuchs verloren ging. Die 40 Kaninchen waren noch zu klein, um geimpft werden zu können und hatten deshalb keine Abwehrchance.

Petra Thieme berichtet aber noch von einem zweiten Problem. Manche Besucher füttern die Tiere in ihrer Unvernunft mit allem möglichen, sogar Gummitieren und Schokoriegeln. Andere, ergänzt Frank Schmidt, " geben ihnen verschimmeltes Zeug ". Alle 14 Tage muss deshalb der Tierarzt außerplanmäßig angefordert werden, weil z. B. die Ziegen aufgeblasene Pansen haben. Für eine Behandlung inklusive Anfahrt werden " mindestens 80 Euro " fällig. 2008 lagen die Kosten für die medizinische Betreuung bei rund 12 000 Euro, so der Parkleiter. Und : " Davon waren 5000 Euro, die nicht hätten sein müssen. "

Was übrigens die ausgesetzten Kaninchen anbelangt : Ihnen ist im Christianental kein langes Leben mehr beschieden. Sie werden geschlachtet und bereichern als Frischfeisch den Speiseplan der Luchse. Übrigens