In Dardesheim ist ein kleines Museum entstanden. Im Gartenhaus von Andreas und Christiane Sigulla wird der Besucher in die Landschaft und Szenen der Film-Trilogie " Der Herr der Ringe " geführt.

Dardesheim. Alles begann 2001 mit einem Kinobesuch. Schon der erste Teil von " Der Herr der Ringe " hatte Andreas Sigulla als Fan von Historienfilmen begeistert. " Bei vielen Filmen sind die späteren Teile schlechter, aber dieser Film wurde von Folge zu Folge immer besser. Der dritte Teil war die Krönung. "

Andreas Sigulla wurde zum Fan, kaufte sich die DVD und hat sie seitdem so oft gesehen, dass er Dialoge und Handlung längst verinnerlicht hat. Irgendwann erfuhr er in einer Fernsehwerbung von Zinnfiguren, die als Serie zur Trilogie aufgelegt wurden. Andreas Sigulla packte die Sammelleidenschaft. Zuerst standen die Figuren in seinem Arbeitszimmer. Doch als das Regal unter dem Gewicht zusammenzubrechen drohte, begann der begnadete Hobbyhandwerker, die Gartenlaube zum Filmmuseum umzubauen. Für die Figuren wurden in fligraner Arbeit Kulissen von Schlüsselszenen gebaut und zunächst vor einem Fenster platziert.

Nach und nach wurde das Mobiliar aus der Laube geräumt. Platz war nötig für eine große Schlacht, die ebenso nachgebildet wurde wie der Königssitz in Edoras und die Stadt Minas Tirith. Streichhölzer und hölzerne Wurstspieße bildeten dabei das Baumaterial. Zwar hat die Laube nur geschätzte 16 Quadratmeter Fläche, aber ein Herr-der-Ringe-Fan kann sich hier lange aufhalten und wird auch neben den Szenenausschnitten viel entdecken : Kinoplakate, Figuren aus Überraschungseiern, ein Schachspiel, natürlich die Bücher und die Filme. Vor allem aber Filmgegenstände, alle von Andreas Sigulla selbst gebaut. " Wenn andere abends Fernsehen schauen, bin ich in meiner Werkstatt ", erklärte er.

Kaum zu glauben, dass der Dardesheimer keinen handwerklichen Beruf ausübt. Einst Gleisbauer bei der Bahn gelernt, arbeitet er schon seit vielen Jahren in der Logistik einer Supermarktkette.

Von dem Ergebnis in der Laube ist auch Ehefrau Christiane begeistert. " Ich bin fasziniert, was er macht. " Eigentlich als ganz persönlicher Fan-Raum gedacht, haben Sigullas nun draußen am Haus in der Burgstraße ein Schild aufgehängt, auf dem Interessenten zum Besuch des kleinen Museums eingeladen werden. " Wir wollen kein Geld dafür – einfach mal anschauen. " Bekannte und Freunde, einer sogar aus Florida, zeigten sich auch begeistert.

Schon auf dem Weg zur Laube fallen noch viele andere kleine Kunstwerke aus den Händen von Andreas Sigulla ins Auge. Etwa die Reliefs von Dardesheimer Gebäuden am Hausgiebel und die hölzernen Motorrad-Modelle, die den Hausherrn als Motorradfan kennzeichnen.

Alle 134 Zinnfiguren, die bisher in der Serie erschienen sind, hat Andreas Sigulla geordert und einer Kulisse zugewiesen. Der Platz in der Laube scheint ausgereizt. Doch hat der Bastler längst Ideen, wie er weitere Szenen an den Wänden unterbringen könnte, wenn neue Figuren auf den Markt kommen.