Spektakulärer Aufklärungserfolg für die Wernigeröder Polizei. Nach monatelangen Ermittlungen konnte am Dienstag ein Serientäter gefasst werden. Dem 32-Jährigen werden mindestens 80 Straftaten zur Last gelegt. Besonders Autos waren vor dem Langzeitarbeitslosen nicht sicher.

Wernigerode. Im August 2008 hatte der Beutezug des Mannes begonnen, erinnert sich Andreas Haberlag. Damals entwendete der 32-Jährige am Gießerweg einen Pkw.

Was dann folgte, so Wernigerodes Kripochef gestern, waren Straftaten in der Innenstadt, Derenburg, Ilsenburg, Drübeck und zuletzt im März dieses Jahres in Halberstadt. Acht Pkw-Diebstähle und 55 Aufbrüche haben die Ermittler nach Angaben des Polizeireviers Harz in Halberstadt bisher aufgelistet. Haberlag präzisiert auf Nachfrage : " Wahllos, aber zumeist ältere Typen. Das erklärt auch den geringen Gesamtschaden, der nach ersten Schätzungen bei rund 30 000 Euro liegt. " Darin enthalten sind zudem Kennzeichen, Autoradios, Ferngläser, mobile Navigationsgeräte und Bargeld, die der gebürtige Wernigeröder mitgehen ließ.

Fahrerlaubnis bereits vor Jahren " abgegeben "

Darüber hinaus zapfte der Serientäter an verschiedenen Orten illegal Diesel für seine Touren ab. Doch damit nicht genug : Dem gelernten Koch werden ebenfalls Urkundenfälschung und wiederholtes Fahren ohne Fahrerlaubnis zur Last gelegt. Der Erste Kriminalhauptkommissar : " Er besaß keine mehr. Die musste er schon vor Jahren abgeben. "

Der Langzeitarbeitslose ohne festen Wohnsitz lebte aber praktisch in den Autos. Er geriet im Übrigen zwischenzeitlich schon einmal ins Visier der Beamten, weil er sich bereits in der Vergangenheit wegen ähnlicher Delikte verantworten musste. Andreas Haberlag : " Das Problem war der Nachweis. " Es bedurfte etlicher Spurenauswertungen und Zeugenaussagen, bis von der Halberstädter Zweigstelle der Staatsanwaltschaft Magdeburg vor gut drei Wochen Haftbefehl erlassen werden konnte. Den Fahndern half dabei ein glücklicher Umstand. Der Wernigeröder Kripochef : " Er wolle in Berlin ein neues Leben anfangen, hatte er bei einer Vernehmung geäußert. " Tatsächlich konnte der Gesuchte dort in einer Wohnung geortet werden. Am Dienstag klickten die Handschellen der Kollegen in der Bundeshauptstadt. Derzeit sitzt der Harzer in der Justizvollzugsanstalt Moabit in Untersuchungshaft.

Andreas Haberlag : " Das Motiv ist noch unklar. " Fakt ist allerdings : In 95 Prozent aller Fälle war der alleinstehende Mann ohne weitere Helfer am Werk.

Die Ermittlungen dauern an.