Am 7. August ist es so weit. Die große Opern-Premiere der diesjährigen Wernigeröder Schlossfestspiele rückt immer näher. Orchester-Chef Christian Fitzner stellte nun mit Regisseur Christian Georg Fuchs und Bühnenbildner Gregor Sturm das Konzept für die Mozart-Oper " Cosi fan tutte " vor.

Wernigerode. Christian Fitzner steht vor einer großen Aufgabe. Es wird nicht einfach – dessen ist er sich bewusst. Das sagt der Chef des Philharmonischen Kammerorchesters beim Treffen mit den Sponsoren der Wernigeröder Schlossfestspiele immer wieder. Die Mozart-Oper " Cosi fan tutte " steht diesmal im Mittelpunkt der Festspiele. Und diese Oper sei " schwierig ", er habe mehr als großen Respekt. " Als Orchester ist man bei diesem Werk wie nackt ", versucht er zu erklären, " kann sich nicht verstecken. Dabei zeigt sich, welche musikalische Qualität man mitbringt. "

Dennoch freut sich Fitzner auf das Bevorstehende, versichert er. Auf die Zusammenarbeit mit jungen Solisten und vor allem mit Christian Georg Fuchs und Gregor Sturm. Fuchs führt in diesem Jahr Regie bei der Mozart-Oper, Sturm übernimmt Ausstattung, Kostüme und Kulissen des Musik-Spektakels.

" Es geht um die Seelenverstrickungen von Liebenden ", verrät Fuchs. " Um zwei junge verliebte Paare, um Treue, um eine Wette und um zwei vertauschte Bräutigame. " Das Werk sei augen- und ohrenfreundlich, " eine schöne feine Sommeroper ". Bereits vor einigen Monaten wurden die Solisten gecastet. " Wir hatten über 200 Anmeldungen, 90 Sänger haben wir dann zum Vorsingen eingeladen, um ihnen stimmlich und szenisch auf den Zahn zu fühlen. " Inzwischen sei das junge Ensemble zusammengestellt. Die Proben in Wernigerode beginnen Anfang Juli.

Fieberhaft gearbeitet wird dagegen schon an den Kulissen. Nach der knallroten Bühne 2007 (" Die Zauberf öte ") und dem umstrittenen Gerüst im vergangenen Jahr (" Orfeo ed Euridice ") erwartet die Zuschauer auch diesmal wieder Außergewöhnliches.

" Der Schlosshof ist ein besonderer Bau, auf den wir Bezug nehmen wollen ", kündigt der Regisseur an. Hingucker wird ein alter, halb abgestorbener Baum – als Ort, an dem jeder so sein darf, wie er wirklich ist, erläuert Bühnenbildner Gregor Sturm. Im Baumhaus fnden die beiden jungen Frauen Zufucht vor der Realität, und dort träumen sie sich in ihre Fantasiewelt. " Der Baum wird drei Meter hoch und ist solider als das Gerüst vom letzten Jahr ", verspricht Sturm. " Wir erhoffen uns, dass der Baum das Stück als zentrales Element bereichert. " Ergänzt wird er durch einen kleinen Wald im Schlosshof. " Unter freiem Himmel wirkt das sicher prima. "

Zuvor heiß diskutiert war auch die Epoche, in der die Oper spielen soll. Zu Zeiten Mozarts oder gar in der heutigen Zeit ? Fuchs und Sturm entschieden anders. Und auch dabei spielte das Schloss als Kulisse eine Rolle. " Wir lassen die Handlung um 1906, also in der Gründerzeit, spielen ", sagt Christian Georg Fuchs. " Dieses Jahr fällt mit den letzten Bautätigkeiten am Wernigeröder Schloss zusammen. " Die Zeitepoche verspreche zudem schöne Kostüme – schnittige Anzüge und Uniformen für die Männer und hübsche Kleider für die Damen.

" Wir hoffen, dass Inszenierung und Musik letztendlich beim Publikum rüberkommen ", sagt Orchesterchef Fitzner abschließend. " Man kann alles machen – aber es muss eben auch bei den Zuschauern ankommen. " " Schule der Liebenden " laute der Beiname der Oper. " Hoffentlich wird jeder, der diese Schule besucht, etwas Unvergessliches mitnehmen. "

Tickets für " Cosi fan tutte " und für alle anderen Veranstaltungen der Schlossfestspiele gibt es ab sofort im Volksstimme-Servicepunkt, über die biber Ticket-Hotline ( 0 18 05 ) 12 13 10 und in den bekannten Vorverkaufsstellen.