Der morgige Sonntag hat in unserer evangelischen Kirche das Gebet zum Thema. Eine Einladung, es doch einmal zu versuchen. Dazu muss man keine Voraussetzungen erfüllen. Mich beeindrucken die Gedanken, die Menschen an die Gebetswände in unseren Kirchen heften. Sie wenden sich ganz selbstverständlich an Gott und schreiben auf, was sie beschäftigt. Manche fragen : Bringt das etwas ? Das kann man nur wissen, wenn man es ausprobiert.

Wer betet, hat eine Adresse für die Freude und den Dank, aber auch für die Gedanken an andere Menschen und für die Klage. Beten, das ist ein Moment der Besinnung : Durchatmen, eine Kerze anzünden, Danke sagen. Das bringt Ruhe in den hektischen Alltag. Wer betet, besinnt sich auf sein eigenes Leben, auf das, was ihr oder ihm wichtig ist. Das allein schon tut gut.

Hier einige Beispiele :

An erster Stelle steht der Dank : " Danke für meine gesunde Familie. " " Ich danke dir Gott, dass Du mich durch das dunkle Tal wieder ans Licht geführt hast, und ich wieder neu leben darf. " " Danke lieber Gott, dass unser Sohn jetzt seinen Weg gefunden hat und unerschrocken geht. " Danke Gott für die neuen Anfänge und Aufbrüche. " Vielen Dank, dass Du unsere Dora so gut aufgenommen hast. "

Mancher sagt Gott einfach seine Gedanken der Klage und bittet ihn um Hilfe :

" Lieber Gott ! Ich weiß nicht, ob es dich gibt. Bin auf dem ‚ Weg ‘, an dich zu glauben. Irgendwann komme ich an. " " Lieber Gott ! Bitte stehe mir bei, in dieser meiner Lage, ich weiß nicht mehr so recht weiter. Danke. " " Wenn es dich geben würde, wären unsere Frauen nicht so krank geworden. " Lieber Gott, mach Oma wieder gesund. Bitte gib meinem Leben eine Wende, damit ich nicht allein bleiben muss. Bitte hilf mir zu tun, was notwendig ist.

Mich haben solche Gebete beeindruckt. Sie ermutigen, auch so zu beten.

Ich habe die nicht fragen können, die diese Gebete geschrieben haben, ob es ihnen geholfen hat. Aber viele andere bestätigen : Beten tut gut. So gilt unser Motto am Sonntag für jeden : Betet !