Wernigerode. Nach der Komplexreinigung im Wohngebiet " Harzblick " schlugen die Wogen hoch. Mehr als über das Knöllchen oder die Rechnung für die Abschleppkosten ärgerten sich Betroffene, dass Mitarbeiter im Ordnungsamt der Meinung seien, mit der Termin-Veröffentlichung im Amtsblatt und neuen Beschilderung ausreichend auf das eingeschränkte Parkverbot am Putztag hingewiesen zu haben ( wir berichteten ). Kritiker halten dagegen, dass die Schilder irreführend seien und zum Lesen des Amtsblattes niemand verpfichtet sei. Volksstimme-Leser empfehlen beispielsweise, mit Postwurfsendungen zu informieren und wieder die Klappaufsteller zu verwenden.

" Über Letzteres als zusätzliche Information könnte nochmals nachgedacht werden ", sagte Ordnungsdezernent Volker Friedrich im Volksstimme-Gespräch. Diese Aufsteller nicht mehr zu verwenden, sei aus rechtlichen Gründen geschehen. " Sie sind nicht zulässig. Im Streitfall hätten wir keine Chance ", fügte Friedrich hinzu. Deshalb habe die Wernigerode Stadtverwaltung die neue Beschilderung anfertigen lassen. Montiert an einem Mast, informieren die einzelnen Tafeln über Anfang und Beginn sowie den Wochentag mit Zeitdauer der Parkverbotszone. Und mit roten Buchstaben hervorgehoben, über den Grund. " Fünf bis sechs Tage vorher stellen wir die Schilder auf, mindestens 72 Stunden schreibt der Gesetzgeber vor ", erläuterte Dennis Paulix. Für den zuständigen Mitarbeiter im Ordnungsamt sind die neuen Schilder nicht nur regelkonform, sondern auch von Vorteil für die Bürger. " Die Aufsteller wurden weggeschleppt, zerstört und umgekippt. " Von Extra-Handzetteln an die Haushalte zu verteilen, halte er genauso wenig wie Friedrich. So wie bei anderen Verkehrseinschränkungen auch, müsse eben auf die Beschilderung geachtet werden.

" Außerdem weiß jeder, im Frühjahr wird das Wohngebiet gründlich gereinigt ", sagte Friedrich, der insgesamt die Aufregung nicht verstehen könne. Die Akzeptanz, das " Feld zur Komplexreinigung zu räumen ", sei gestiegen. 2008 wurden im " Harzblick " 81 Verwarnungen ausgesprochen, 2009 waren es 69. Im Vorjahr wurden 47 Fahrzeuge per Abschleppdienst " umgeparkt ", diesmal 30. Die Tendenz sei, wie übrigens auch in den Wohngebieten " Stadtfeld " und " Burgbreite " rückläuf g. Das Fazit von Friedrich und Paulix : " Bitte die Verkehrseinschränkung beachten, denn die Komplexreinigung ist ein riesiger logistischer Aufwand für die Stadt. "