Wernigerode ( af ). Zimmerleute und Maurer sind nach erfolgreicher Lehre häuf g auf der Walz. Seltener hingegen passiert es, dass ein junger Hufschmied in Wernigerode anklopft und um Arbeit und Nachtquartier bittet. Der 22-jährige Matthias Wiedwald aus Frankfurt / Oder hatte es getan. Für drei Tage half er in der Krellschen Schmiede bei Meister Wolf-Dieter Wittig und fand in der " Arche " Unterkunft.

Nach dem Abitur hatte der junge Mann in Aachen eine Lehre als Hufschmied begonnen und nahm sich danach eine Auszeit, um mit einem Freund ins Baltikum zu radeln. Von dort zurückgekehrt, schloss er sich einer Gesellenvereinigung an, die vorwiegend Maurer- und Steinhauer in ihren Reihen vereint. Da die Schmiede aber keinen derartigen eigenen Bund mehr haben, wurde er bei den " rechtschaffenden Freunden " heimisch und verpf ichtete sich, drei Jahre und einen Tag von seiner Heimatstadt mindestens 50 Kilometer fern zu bleiben.

Auf dem Weg nach Thüringen kam er zufällig nach Wernigerode, wurde durch Vermittlung der KreishandwerkerschaftmitdemWernigeröder Schmied bekannt und arbeitete dort drei Tage in der historischen Werkstatt.

Am Himmelfahrtstag zog es ihn weiter, noch immer ohne Freundin, wie er bedauernd vermerkte, zu einem Treffen von Gesellen auf Wanderschaft in Kassel. Danach wird er Gast einer Hochzeit eines Schmiedes sein. Anschließend zieht er nach Südfrankreich, um mit dortigen wandernden Gesellen zusammenkommen. Mit ihnen habe er schon verabredet, gemeinsam ins rumänische Sigiu ( Hermannstadt ) zu wandern. Dort wollen sie ein Kirchenportal erneuern.

Von all diesen Touren berichtet er selten nach Hause, " höchstens mal eine e-mail, wenn mir mein jeweiliger Meister dies erlaubt. "