In Wernigerode soll ein zweites Bürgerwäldchen entstehen. Seine entsprechende Idee machte beim Promischmieden Stadtratspräsident Uwe-Friedrich Albrecht öffentlich : zwischen Harzblick und Charlottenlust könnten alte Obstbaumsorten wieder heimisch werden. Das Gartenamt spricht von 75 Euro je Baum. Einwohner und Gäste könnten die Finanzierung übernehmen.

Wernigerode. Hatte Schmied Wolf-Dieter Wittig vor dem ersten Promischmieden, das mit dem Sozialdemokraten Heinrich Hamel stattfand, lange den Namen des Auserwählten geheim gehalten, war hingegen vor der zweiten Auf age das Motto vielen Interessierten unklar : " Zwei Schwarze schmieden grün " hatte es geheißen. Die Deutung erfolgte sogleich, als der Schmiedemeister, der seinen Beruf zur schwarzen Zunft rechnet, den Stadtratspräsidenten Uwe-Friedrich Albrecht, Mitglied der CDU, in dem historischen Gemäuer von 1678 begrüßte. Und " grün " sind die Gedanken des Promischmieds. Seit anderthalb Jahren lasse Albrecht der Gedanke nicht mehr los, alte heimische Obstsorten hier in Wernigerode eine Zukunft zu geben. Die Grünf äche zwischen den Wohngebieten " Harzblick " und " Charlottenlust " eignet sich seiner Meinung nach am besten zur Verwirklichung seines grünen Projektes.

Der Stadtratspräsident, während seiner Vorstellung sichtlich bemüht, keinen Wahlkampf zu führen, habe inzwischen mit dem Gartenamtsleiter Frank Schmidt auch einen Verbündeten gefunden. Außerdem gebe es ein positives Signal von einem Blankenburger Landschaftsgestalter. Dieser könne verschiedene Sorten Wildobstbäume liefern, die, so Albrecht weiter, Wernigeröder und Gäste erwerben sollten. Ein Baum würde etwa 75 Euro kosten. So könnte durch die Baumspenden ein neues Bürgerwäldchen entstehen, ähnlich wie das auf dem Gartenschaugelände.

Frank Schmidt, der offensichtlich sehr begeistert von der Idee ist, versprach, dass den Spendern eine Stele gewidmet werde, die Pf ege der Bäume könnte, so die Antwort auf eine Frage aus dem Publikum, das Gartenamt der Stadtverwaltung übernehmen. Der Gartenamtsleiter ergänzte, dass er eine Liste geeigneter Obstbäume veröffentlichen würde, die Interessenten hätten dann eine Auswahl.

Uwe-Friedrich Albrecht ließ jedoch eine Einschränkung nicht unerwähnt, die mit der Pfanzaktion verbunden sei : " Mit dem zweiten Wernigeröder Bürgerwäldchen würde eine Streuobstwiese entstehen, die dauerhaft nicht bebaut werden könnte. " Und : " Das Vorhaben müsste zuvor noch der Stadtrat beschließen. "

Neben seinen Ausführungen schmiedete der Christdemokrat auch feißig, tatkräftig von den Experten unterstützt. So entstanden ein Spaten und zwei Pfückhaken – für das Ernten des Obstes. Der Spaten könnte aber auch auf dem städtischen Grundstück der Schmiede zum Einsatz kommen. Denn Frank Schmidt hatte zur Begrünung der Fläche einen Apfelbaum mitgebracht, allerdings eine aktuell übliche Sorte. Übrigens