Mit zwei " weißen Flecken " wird der neue Flächennutzungsplan für Wernigerode morgen dem Stadtrat zur Abstimmung vorgelegt. Die Mitglieder des Bauausschusses empfehlen auf diese Weise das Papier, das die Laubenpieper in Oberhasserode wieder hoffen lässt.

Wernigerode. Zuversichtlich verließen die Mitglieder der Bürgerinitiative am Montagabend die Sitzung des Bauausschusses. " Mit dem Kompromiss haben wir zumindest Zeit gewonnen ", sagte Gerhard Stein gegenüber Harzer Volksstimme.

In der Einwohnerfragestunde hatten Stein und seine Mitstreiter jedem Mitglied des Ausschusses eine Liste mit 528 Unterschriften übergeben. " Wir sind nicht gegen die touristische Entwicklung in Wernigerode, doch soll diese nicht auf dem Kleingartengelände in Hasserode ausgeweitet werden ", unterstrich der Laubenpieper die Forderung der Bürgerinitiative für den Erhalt der 76 Parzellen. Ihr Ziel sei nach wie vor, dass das Areal am Nesseltal weiter allgemeine Wohnbaufläche bleibt und nicht als Sonderbaugebiet für Freizeit und Tourismus ausgewiesen wird, wie es im neuen Flächennutzungsplan von Wernigerode vorgesehen ist.

Um nun die Verabschiedung des " strategischen Papiers für die weitere Stadtentwicklung ", wie es Baudezernent Burkhard Rudo es nannte, nicht zu gefährden, sollte bis zur Abstimmung morgen im Stadtrat ein Kompromiss gefunden werden. Das hatte Rudo bereits auf dem Info-Abend am 14. Mai in der Hochschule Harz den rund 150 Besuchern nach zum Teil kontroverser Diskussion zu diesem Thema zugesichert ( Volksstimme berichtete ).

Der Kompromiss nennt sich schlicht " weißer Fleck " und bedeutet, dass das gut vier Hektar große Areal am Nesseltal im neuen Flächennutzungsplan noch keine Bestimmung erhält. " Diese Debatte können unsere Nachfolger dann zu Ende führen ", sagte Siegfried Siegel ( SPD ), der persönlich diesen Änderungsvorschlag zur Abstimmung vorlegte. Einstimmig wurde dieser vom Bauausschuss angenommen.

Ebenso wie der zweite " weiße Fleck ". Die als " Golfplatz " vorgesehene Fläche zwischen dem Höhenzug " Die Lust " und dem Wohngebiet " Charlottenlust " wird im Plan ebenfalls noch nicht entsprechend farblich untersetzt. Ihn gänzlich zu streichen, hatte das Hallenser Landesverwaltungsamt bei seiner Prüfung gefordert, " weil dafür noch eine Reihe von raumordnerischen Untersuchungen erforderlich sind ", sagte Bianca Cöster. Die Mitarbeiterin im Wernigeröder Bauamt tröstete die Golfplatz-Befürworter : " Mit einem Ergänzungsverfahren kann nachgebessert werden. "