Hasseröder und Benzingeröder dürfen weiter hoffen. Erstere auf die weitere Sanierung der Friedrichstraße. Die Bewohner des Ortsteils, dass der Radweg nach Wernigerode endlich gebaut wird. Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre nannte bei seinem Arbeitsbesuch gestern Möglichkeiten, wie beide Bauprojekte umgesetzt werden könnten.

Benzingerode / Wernigerode. " 2010 / 11 wird an der Friedrichstraße ‘ was passieren !" Dieser Satz von Karl-Heinz Daehre sorgte gestern Mittag für Aufatmen bei Stadtverwaltern und Kommunalpolitikern. Das, obwohl Sachsen-Anhalts Minister für Landesentwicklung und Verkehr zugleich relativierte, wo genau und in welchem Umfang, das sei zumindest bis Ende 2009 " noch völlig offen ".

Der Christdemokrat war einer Einladung von Angela Gorr gefolgt. Die Landtagsabgeordnete wollte dem Minister das Ringen der Benzingeröder um einen Radweg entlang der alten B 6 zwischen dem Ortsteil und Wernigerode nahebringen.

Anfragen zu solchen Bauten gibt es momentan aus allen Richtungen, bezeichnete Daehre das Thema " als nicht so einfach ". Deshalb will er im Doppelhaushalt 2010 / 11 für seinen Etat einen eigenen Titel " Radwege " erwirken. Im Juli wird der spezielle Verkehrsplan für das Land veröffentlicht und damit zur Diskussion freigegeben.

Zum hiesigen Fall forderte der Politiker von allen Beteiligten " zunächst eine einheitliche Position ". Diese formulierte postwendend Bianca Cöster. Die städtische Verkehrsplanerin : " Es gibt die ausdrückliche Empfehlung, den Radweg R 1 zwischen Benzingerode und Wernigerode zu verlegen. " Die Gründe dafür sind das stellenweise große Gefälle und Schwierigkeiten bei der Unterhaltung. Amtsleiter Hans-Dieter Nadler unterstrich : " Bereits vor Jahren wurde ein Bedarf für einen solchen Radweg ermittelt. "

" Über die Rolle der Bedeutung des R 1, brauchen wir uns nicht zu unterhalten ", interessierte sich Karl-Heinz Daehre deshalb für die Details. Deren erstes heißt Grund und Boden.

" Die Bedeutung des R 1 stellt ja niemand in Frage "

Hierzu konnte Nadler Positives vermelden. Gemeinsam mit Landesbaubetrieb und Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten wird seit Jahresanfang daran gearbeitet. Bei einer Beratung am 13. Mai konnte die Trasse für die favorisierte Nordvariante bereits " vorfixiert " werden. Sollte bis Jahresende alles geklärt sein, so Daehre, geht es " nur noch ums Geld ". Auch da war Hans-Dieter Nadler gewappnet. Die Gesamtkosten für das etwa 3, 8 Kilometer lange Teilstück bezifferte er inklusive Planung auf rund 497 000 Euro.

Um diese Summe aufzubringen, nannte der Minister zwei Möglichkeiten. Entweder wird das Vorhaben mit Verabschiedung des Landesverkehrsplanes für Radwege in dessen Prioritätenliste aufgenommen. Daehre : " Dass Sie da vorn mit dabei sind, ist unstrittig. " Die überregionale Bedeutung der Verbindung sei vorhanden und der Bau zudem ein Lückenschluss. Allerdings könnte die Stadtverwaltung den Prozess selbst beschleunigen, wenn sie finanziell in Vorleistung geht, beschrieb er die zweite Variante. Damit würden die Wernigeröder ein sicheres Zeichen setzen, dass sie hinter dem Projekt stehen.

Aus Sicht von Oberbürgermeister Peter Gaffert könnte dies den Benzingeröder Radwegebau endlich voranbringen. Gaffert musste aber einschränken, dass der Haushalt 2010 kritisch sein wird.

Nach einer Stunde eilte Karl-Heinz Daehre weiter zu seinem nächsten Termin am Halberstädter Bahnhof. Zurück blieben zufriedene Wernigeröder. Tenor : Es sei ein " sehr gutes Gespräch " gewesen. Nicht zuletzt wegen einer Art " Geheim-Treffen ", zu dem Landrat Michael Ermrich ( CDU ) vorab am Morgen in die Turnhalle an der Bachstraße gebeten hatte. Der sportbegeisterte Minister zeigte sich über den maroden Zustand des Gebäudes entsetzt und sicherte auch für dieses Problem seine Unterstützung zu. Zunächst müsse jedoch der Kreistag darüber befinden. Übrigens