Bislang unbekannte Details von der Bombardierung Blankenburgs am 20. April 1945 haben jüngst Zeitzeugen auf Einladung des Vereins " Freunde der örtlichen Geschichte Blankenburgs " berichtet. In den Rathaussaal kamen mehr als 40 Zeugen des damaligen Geschehens.

Blankenburg. Mehr als 40 Zeitzeugen sind jüngst auf Einladung des Vereins " Freunde der örtlichen Geschichte Blankenburgs " in den Rathaussaal gekommen, um über ihre Erlebnisse rund um den 20. April 1945 – der Tag, an dem Blankenburg bombardiert wurde – zu berichten. " Es ist wichtig, dass wir das aufarbeiten. Das gehört zu unserer Geschichte ", würdigte Blankenburgs Stadtoberhaupt Hanns-Michael Noll das Engagement des Vereins und der Zeitzeugen. Mit der Veranstaltung wolle der Verein an den 20. April erinnern und ebenfalls die Forschung zu den damaligen Ereignissen vorantreiben, sagte Hartmut Wegner, Leiter des städtischen Museums.

" In der Regensteinkaserne hat sich nichts ereignet, weil sie vorher geräumt wurde ", bemerkte ein 1935 in eben dieser Kaserne geborene Blankenburger. Er könne sich an Jagdflugzeuge, sogenannte Jabo ‘ s, erinnern, die vom Pfeifenkrug in Richtung Blankenburg geflogen und über der Kaserne beide Bomben ausgeklinkt haben sollen. Die Sprengkörper seien dann in der Stadt aufgeschlagen. Der Zeitzeuge erinnerte sich ebenfalls, dass am Abend des 20. April 1945 amerikanische Jeeps und Panzer aus Richtung Pfeifenkrug heranfuhren und vor dem dortigen Bahnübergang hielten. Ein Panzer habe einen Schuss abgegeben und dabei eine Scheune zerstört. Ein weiterer Zeitzeuge berichtete über verstärkten Granatbeschuss.

Als erfolgreich bezeichnete Wegner die Veranstaltung. " Es gab Details, die neu waren ", merkte er an. Die Erinnerungen der Zeitzeugen hätten die Voraussetzung geschaffen, weiter zu recherchieren.

In der Literatur werde nur angemerkt, dass das Zentrum Blankenburgs zerstört wurde, so Wegner. Bei der Veranstaltung sei aber eindeutig herausgekommen, dass Blankenburg fächendeckend unter Granatbeschuss zu leiden hatte. Ebenfalls, stellte er heraus, sei klargestellt worden, dass die Blütenstadt tagelang ohne Wasserversorgung gewesen sein muss. All das seien Punkte, an denen man ansetzen könne, um der Wahrheit näher zu kommen. Soweit es nötig sei, würden mit den Zeitzeugen noch Einzelgespräche zu den damaligen Ereignissen geführt.

Sollten interessierte Blankenburger zu dieser Veranstaltung verhindert gewesen sein und trotzdem über damalige Erinnerungen berichten oder dem Freundeskreis Fotos zur Verfügung stellen wollen, können sie Manfred Funk unter der Rufnummer ( 0 39 44 ) 6 52 03 erreichen.