Wernigerode. Klaus Jürgen Oeft wollte zunächst gar nicht so richtig glauben, was ihm Bernhardt Schrader am Telefon vorschlug. Der ehrenamtliche Mitarbeiter vom Verein " Internationale Jugendgemeinschaftsdienste ", der ein Büro in Halberstadt hat, bot dem Betriebsleiter des Hotels " Steinerne Renne " an, während der Umweltbildungstage im " Karlshaus " einen eintägigen Arbeitseinsatz zu leisten. Damit sollte das Umfeld des beliebten Ausfugszieles in der Nähe von Wernigerode gesäubert werden. Einzige Bitte war, den 25 Teilnehmern ein kostenloses Mittagessen und Getränke zur Verfügung zu stellen.

Der Betriebsleiter sagte umgehend zu, so dass die Jugendlichen aus Sachsen-Anhalt in unmittelbarer Umgebung des Wasserfalls mit ihrer Hände Arbeit für Verschönerungen sorgten. Diese jungen Leute, die zwischen 16 und 25 Jahre alt sind, leisten derzeit im Harz fünf der 25 geforderten Bilungstage in ihrem " Freiwilligen Ökologischen Jahr " ( FÖJ ). " Sonst sind diese Jugendlichen in Ökodörfern,

Kräutergärten, in Vereinen und in anderen

Projekten tätig ", erläutert Bernhardt

Schrader, der gemeinsam

mit Karin Feißel die Projekt-Teilnehmer betreut.

Die meisten der Beteiligten haben schon eine Lehre oder das Gymnasium beendet. Das Ökologische Jahr überbrückt

die Zeit vor Arbeitsbeginn oder Studium und wird oftmals dafür genutzt, um zu überdenken, welchen beruflichen Weg man einschlagen möchte.

" Ich kann solch ein freiwilliges Jahr jedem nur empfehlen ", meint die 22-jährige Sandra Post aus Magdeburg. Die FÖJLandessprecherin, die eine Ausbildung zur tiermedizinischen Fachangestellten bereits hinter sich hat, sammelt Erfahrungen im Ziegenhof Ummendorf. Diese sollen ihr beim bevorstehenden Biologie-Studium in Leipzig helfen. Jenny Stellmach ( 19 ) aus Ballenstedt hat das Abitur in der Tasche und überbrückt mit dem FÖJ die Zeit bis zum Beginn ihrer Zootierlehre in Hannover. Aus ganz anderen Gründen entschied sich René Schulze ( 21 ) aus Löbejün für das ökologische Jahr – als Ersatz für den Zivildienst oder die Bundeswehr. " Diese Zeit wird anerkannt ", weiß der angehende Investmentbanker, dessen Ausbildung im August beginnt.

Lob und Anerkennung für den Arbeitseifer der Jugendlichen zollt Klaus Jürgen Oeft. Mit dem Hotel habe er noch einige Pläne. Am liebsten würde der Betriebsleiter wie früher mit der Kraft des Wassers wieder selbst Energie erzeugen.