Nach einjähriger Bauzeit ist das Parkhaus im GSWSeniorenheim " Küsters Kamp " feierlich eingeweiht worden. Nach vielen Rückschlägen während der Bauarbeiten zeigten sich Architekten, Mitarbeiter und Bewohner begeistert vom Ergebnis. Von Ivonne Sielaff

Wernigerode. " Ich freue mich über ein glückliches Ende ", sagte Oberbürgermeister Peter Gaffert bei der feierlichen Einweihung des Parkhauses im Wernigeröder Seniorenheim " KüstersKamp ". Ein Ende, das eine Zeit lang in den Sternen stand. Deshalb sei es erfreulich, dass die Arbeiten nach gut einjähriger Bauzeit planmäßig abgeschlossen sind.

1, 4 Euro kostete die Sanierung des Gebäudes. Die Arbeiten stellten den dritten und letzten Bauabschnitt im " Küsters Kamp " dar. Insgesamt hatte der Träger, die Gemeinnützige Gesellschaft für Sozialeinrichtungen ( GSW ), vier Millionen Euro investiert.

Die Sanierung des Parkhauses sei eine Herausfordung gewesen, erinnerten sich Architektin Anne-Katrin Reinboth, Bauleiter Sven Ungethüm und Planer Mario Kowalsky. " Das Gebäude schien uns zu klein, um dort wie gefordert Ein- und Zweibettzimmer für 18 Bewohner samt moderner Sanitärzellen unterzubringen ", so Anne-Katrin Reinboth. Die Lösung : " Wir haben uns von einem Treppenhaus verabschiedet und dadurch Platz gewonnen. " Dafür wurde ein Fluchttreppenhaus an der Außenwand des Gebäudes angebracht. Dann der Rückschlag : Hinter alten Wandverkleidungen wurde Hausschwamm entdeckt – vom Dach bis zum Erdgeschoss. Das Dach musste abgetragen und der Giebel komplett neu gemauert werden.

Zwölf Monate Bauzeit

Um so erstaunlicher jetzt das Ergebnis, von dem sich bei der Einweihung zahlreiche Besucher überzeugen konnten. Die Wände der Flure sind in warmen Farbtönen gehalten und mit Naturfotograf en geschmückt. " Damit wollten wir den Charakter eines Hauses im Park erhalten und ihm ein ganz eigenes Ambiente geben ", erläuterte die Architektin.

Dass die Baugeschichte der letzten zwölf Monate fast genauso wechselhaft wie die gesamte Historie der Anlage " Küsters Kamp " ist, daran erinnerte GSW-Geschäftsführerin Regina Wetzstein in ihrer Rede. " Dieser Gebäudekomplex war nicht immer ein Seniorenheim ", so Wetzstein. " Seine Geschichte begann vor gut 150 Jahren als Gartenhäuschen. " Nach einem Besitzerwechsel wurde hier eine Wirtschaft eingerichtet, bald konnten in dem inzwischen vergrößerten Gebäude auch Gäste übernachten.

In der Silvesternacht 1911 zerstörte ein Brand das Hotel, das mit " Haus Anna " und dem Parkhaus wieder aufgebaut wurde. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg diente " Küsters Kamp " als Lazarett. Zwischen 1947 und 1967 erholten sich hier Tuberkulose-Kranke. Im Jahr 1968 wurde die Anlage schließlich zu einer Heimstatt für Ältere. Seit jeher werden hier Senioren betreut und gepfegt. " Heute leben hier 66 Bewohner mit unterschiedlichem Hilfebedarf ", schloss Regina Wetzstein ihren Vortrag.

Tolle Bedingungen

Die Bewohner des Parkhauses, die während der Bauarbeiten als Übergangsquartier das Lehrlingswohnheim " Am Kohlgarten " bezogen hatten, sind inzwischen in ihre Zimmer zurückgekehrt. Und nicht nur sie sind von ihrem verschönerten Domizil angetan. " Wir teilen Ihre Begeisterung ", sagte GSW-Aufsichtsratschef Andreas Heinrich. " Ich bin froh, dass die Etappe der Sanierungen hinter uns liegt. Hier sind hervorragende Bedingungen für Bewohner und Mitarbeiter entstanden. "

Doch Heinrich fand auch ernste Worte. " Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem sich etwas ändert im Bereich der Seniorenpf ege ", sagte Heinrich in Hinblick auf das kürzlich wegen Insolvenz des Trägers geschlossene Altenheim in Blankenburg. " Dies ist auch für uns neu. Ich kann Ihnen jedoch versichern, in Wernigerode ist die Situation noch gesund und ausgeglichen. Aber : auch wir müssen sehen, wie wir Lebensniveau und Pf egequalität mit den Einkünften in Einklang bringen. Sehr sanft. " Dennoch, so Heinrich, belebe Konkurrenz das Geschäft.