Die Oberharzer seien schuld, dass Blankenburgs Heineschule schließen müsse – dies und andere Behauptungen weist Kreistagsmitglied Bernd Ehrlich vehement zurück. Der Doppel-Sekundarschulstandort Blankenburg sei auf Dauer nicht zu halten, auch mit allen Oberharzer Kindern nicht, eine Zusammenlegung sei denkbar.

Hasselfelde / Blankenburg. " Wer erzählt den Eltern und Schülern eigentlich so einen Blödsinn ?" fragt Bernd Ehrlich, Mitglied des Kreistages und Stadtrat in Hasselfelde. Der Mitstreiter der Bürgerinitiative Oberharz arbeitet im Kreisbildungsausschuss mit und kommentierte gestern den neusten Schulstandortstreit in der Region, der eigentlich keiner sein sollte : Heinrich-Heine-Schule gegen Oberharz, speziell Hasselfelde.

Gerüchte besagen seit Wochen, alle Oberharzer Schüler aus Hasselfelde und Umgebung müssten demnächst in Elbingerode zur Schule wechseln, deshalb müsse die Heineschule schließen. Vorwürfe machen die Runde, es gibt Verwirrung, Leserbriefe fattern der Volksstimme ins Haus. " Der Grund für die Schließung der Heineschule liegt bei den Kommunalpolitikern des Oberharzes ", schreibt Blankenburgs SPD-Stadtrat Dieter Böhnki und verweist auf die Qualität der Heineschule sowie längere Fahrtzeiten nach Elbingerode als nach Blankenburg, was in einem Schülerbrief ( Ausgabe gestern ) auch bereits aufgezählt und kritisiert wurde. Was ist dran an all dem ?

Einen Beschluss des Stadtrates Hasselfelde zu der Sache, immer mal kolportiert, gibt es nicht. Wohl aber gibt es Stellungnahmen der Verwaltungsgemeinschaft Brocken-Hochharz und der Stadt Elbingerode. " Diese beinhalten die Forderung, die Schulbezirke der Grundschule Hasselfelde zu öffnen ", so Bernd Ehrlich auf Nachfrage der Harzer Volksstimme. Diese Forderung wird inzwischen von den Kreistagsfraktionen der FDP und der Bürgerfraktion befürwortet. Der Kreisausschuss spricht sich ebenfalls dafür aus, " dass der Schuleinzugsbereich der Sekundarschülerinnen und -schüler aus der Grundschule Hasselfelde ( Stadt Hasselfelde, Gemeinde Stiege, Gemeinde Allrode ) geöffnet wird, damit alle Schülerinnen und Schüler der künftigen Einheitsgemeinde im Bereich Elbingerode / Brocken-Hochharz die Möglichkeit haben, die in ihrer Stadt angebotenen Schulformen nutzen zu können. " So soll die Gleichbehandlung aller Hasselfelder Grundschüler erreicht werden, wie aus der Begründung des von Kreisausschusschef und Landrat Michael Ermrich unterzeichneten Beschlussvorschlags für den Kreistag hervorgeht.

" Der Beschluss des Kreistages hätte dann zur Folge ", so erläutert Bernd Ehrlich, dass die Eltern ab der zukünftigen Klasse fünf die Wahl haben, ihre Kinder nach Blankenburg oder nach Elbingerode zu schicken. " Niemand müsse nach Elbingerode, der es nicht wolle. " Die Schüler, die jetzt zur Heineschule gehen, betrifft diese Regelung nicht ", stellt Ehrlich in Bezug auf den Schülerbrief ( Ausgabe gestern ) klar : " Sie werden bis zur 10. Klasse in Blankenburg bleiben. "

" Niemand muss nach Elbingerode wechseln "

Halbwahrheiten gebe es vielfach auch zum zweiten Gerücht, dem zur drohenden Schließung der Heineschule, so der Kreistagsabgeordnete Ehrlich weiter : " Die zukünftige Schulstruktur in Blankenburg hängt nicht von den Oberharzer Kindern ab !" Ehrlich bezieht sich auf eine jüngste Stellungnahme des Landesverwaltungsamtes. Daraus geht hervor : Weder die Sekundarschule " August Bebel " noch " Heinrich Heine " erreichen im Planungszeitraum 2009 / 10 bis 2013 / 14 die gesetzlich vorgeschriebene Mindestschülerzahl von 240. " Insbesondere für die Heineschule kann die erforderliche Schulgröße nicht gesichert werden ", heißt es in dem Dokument. Bernd Ehrlich dazu : " Selbst wenn alle Oberharzer in die Heineschule gehen würden, wäre das nicht zu erreichen. Der Doppelstandort Blankenburg ist auf Dauer nicht zu halten, wenn nichts unternommen wird. Denkbar wäre eine Fusion beider Sekundarschulen. "

Der Kreistag Harz tritt am 15. April zusammen.