Das dritte Familienkonzert des Philharmonischen Kammerorchesters Wernigerode war ein zauberhaftes Erlebnis für Jung und Alt. " Zwitschern, klingen, musizieren " weckte große Lust auf den Frühling.

Wernigerode. Um die 150 Kinder und Erwachsene hatten ihre Freude am dritten Familienkonzert des Philharmoischen Kammerorchesters unter der inspirierten Leitung von Musikdirektor Christian Fitzner. Hinten saßen auf Stühlen die Großen, während die Mädchen und Jungen erwartungsvoll auf ihren Sitzkissen im überfüllten Saal der Tanzschule von Ingo Kastern dem Frühlingskonzert " Zwitschern, klingen, musizieren " entgegenf eberten.

Es wurde ein zauberhaftes Erlebnis. Lysann Weber hatte in ausdauernder Kleinarbeit viele bekannte und unbekannte Werke von Bach, Bozza, Grieg, Hindemith, Karg-Elert, Ravel, Rimski-Korsakow, Sinding und Vivaldi ausgewählt und stellte sie mit frühlingshafter Freude und Witz als Moderatorin vor. Aus Vivaldis " Vier Jahreszeiten " erklangen Vogelgezwitscher, Bachrauschen und ein aufziehendes Gewitter – erst von drei Violinen einzeln gespielt, dann mit dem vollen Streichorchester. Eugene Bozzas " Aux bords du torrent " – an den Ufern des Gebirgsbaches – wurde vom Flötenquartett ( Barbara Toppel, ihre Kollegin Gabi Zucker von der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie und die Schülerinnen Alenah Phelau und Johanna Borbosa ) mit munterer klangmalerischer Intensität gespielt. Vögel bevölkerten den Zauberwald und Ravels Feengarten – der Kolibri von Siegfried Karg-Elert, musiziert von Barbara Toppel auf der Piccolof öte, Vivaldis Stieglitz aus dem gleichnamigen Konzert und Hindemiths " Die beiden lustigen Mistfnken ". Das Streichquartett – Krzysztof Baranowski, Steffen König, Gerd Schöne und Hartmut Ruß – spielte das rhythmisch und harmonisch vertrackt-schwierige Werk mit unglaublichem Können und Freude am musikalischen Witz. Dann kam noch Rimski-Korsakows dicke fette Hummel auf ihrem Flug daher – von Thomas Toppel mit wahrem Vergnügen auf dem Fagott geblasen. Von vielen Musikern saßen die Sprösslinge im Publikum ; Familie Fitzner war gleich mit drei Generationen vertreten. Lysann Weber brachte sogar das Kunststück fertig, die Kinder und Erwachsenen mit einem von ihr umgetexteten Maierhofer-Lied " Hören, tanzen, singen " zum gemeinsamen Singen zu animieren. Und bei Bachs Badinerie ( Spaß, Schäkerei ) aus der h-Moll-Suite tanzten alle Mädchen und Jungen mit. Eingangs des Konzertes bekannte ein Mädchen : " Papa, ich hab ‘ ganz vergessen, mir die Fingernägel zu schneiden. " Am Ende war das unwichtig geworden – das Orchester und Lysann Weber hatten alle in den klingenden Frühling entführt.