Die Harzer Angler verfolgen ein ehrgeiziges Projekt. In der Rappbodetalsperre soll mit der Seeforelle eine neue Fischart heimisch werden. Dafür wird das Gewässer jährlich mit rund 20 000 Winzlingen dieser Forellenfische besetzt. Aus zwei entscheidenden Gründen.

Wernigerode. Lange schon hat Matthias Winkelmann mit diesem Projekt geliebäugelt. Um so mehr freut sich das Vorstandsmitglied der Fischereipachtgemeinschaft Bodetalsperren, dass für die Ansiedlung einer neuen Fischart im Harz grünes Licht gegeben wurde. Es handelt es sich um die Seeforelle, die in der Rappbodetalsperre heimisch werden soll.

" Im Juli des vergangenen Jahres haben wir bereits begonnen und 10 000 Winzlinge dieser größten Forellenart im Europa eingesetzt ", verrät der Wernigeröder. Fortgesetzt wird das ehrgeizige Vorhaben im Sommer, nur dass der Besatz diesmal verdoppelt wird. Etwa 20 000 Jungfische von einer Größe zwischen zehn bis zwölf Zentimeter werden dafür von dem Zuchtexperten Markus Kühlmann am Möhnestausee in Nordrhein-Westphalen erworben. " Der Stamm dieser Zucht ist im österreichischen Attersee beheimatet ", weiß Matthias Winkelmann.

Erfahrungen aus ähnlichen Projekten wie zum Beispiel in den benachbarten Gewässern der Harzwasserwerke ( Innerste-, Söse- und Oder-Talsperre ) stimmen die Pachtgemeinschaft zuversichtlich, dass sich die Seeforelle auch in der Rappbodetalsperre ansiedeln wird. " Mit einer Tiefe bis zu 80 Meter, steilen Uferhängen und einer Gewässeroberfläche von rund 390 Hektar findet dieser Fisch in der Rappbodetalsperre beste Voraussetzungen ", gibt Winkelmann die Einschätzung des Experten Kühlmann wieder.

Und noch ein Grund spricht für die Ansiedelung der Seeforelle, weiß der 38-Jährige : " Sie löst ein Problem des Talsperrenbetriebs. " In der Rappbodetalsperre gibt es mittlerweile riesige Schwärme von Kleinen Maränen, die bei größerer Ausweitung die Qualität des Trinkwassers negativ beeinf ussen können. Diese Mini-Salmonide ist einst aus der Altmark in den Harz gelangt und kann nur mit dem Netz gefangen werden, " was aber auf der Talsperre verboten ist ", so Winkelmann und fügt hinzu : " Dieser kleine Süßwasserfsch ist jedoch begehrtes

Futter für die heranwachsenden Seeforellen. " Somit wird der begehrte Speisefisch in drei bis vier Jahren das erforderliche Maß von mindestens 50 Zentimeter erreichen, um dann von den Anglern auf die Schuppe gelegt zu werden. " Etwas Zeit müssen wir uns noch nehmen, um die ersten Erfolge vermelden zu können ", sagt Winkelmann und tröstet : Derweil können die 1400 Angler der Pachtgemeinschaft und Gäste weiter den beliebten Bach- und Regenbogenforellen in den anderen Talsperren nachstellen. Sie werden nach wie vor mit diesen Fischen besetzt. " Ausgenommen die Rappbodetalsperre. Hier soll nun die Seeforelle heranwachsen. "