Wernigerode. Es war Günter Dreßler sichtlich peinlich. Seinetwegen hatte sogar Erich Goedecke als DRK-Kreisgeschäftsführer den Blutspendetermin im Kreisamt am Hauptbahnhof wahrgenommen. " Ich will auch nicht in die Zeitung ", wehrte sich der Jubilar zunächst. Irene Oels musste ihn mit einigen wohlgemeinten Küsschen umstimmen. Denn es ist sehr selten, dass ein Mensch für seine 125. Blutspende geehrt wird. " Das letzte Mal wohl vor zwei Jahren in Benneckenstein ", erinnerte sich die DRKMitarbeiterin vage.

Günter Dreßler sagte bei der Auszeichnung : " Ich habe nichts Besonderes geleistet " und versprach, " sofern es mir die Gesundheit erlaubt, will ich noch die 150. Blutspende schaffen. " Ende der 60-er Jahre hatte der heute 60-Jährige bei der Armee damit begonnen. Danach legte er eine längere Pause ein. Nun aber gibt Günter Dreßler jährlich fünf Mal von seinem Lebenssaft. " Weder ich noch jemand aus meiner Familie benötigte jemals eine Bluttransfusion ", berichtete der gelernte Kraftfahrzeugschlosser. Und : " Meine Blutgruppe 0 d ist selten. " Deshalb sei es ihm um so wichtiger, regelmäßig zu spenden. Auch die Tochter habe er davon überzeugt.

Erich Goedecke konnte zwei weitere Freiwillige ehren. Jutta Voß aus Drübeck und der gebürtige Wernigeröder Klaus-Dieter Kreis waren bislang jeweils 75 Mal zum Aderlass erschienen. Die beiden 67-Jährigen haben ein gemeinsames Ziel. Sie wollen unbedingt die 100. Blutspende erreichen und damit anderen Menschen helfen.

131 Frauen und Männer waren der Einladung des rührigen Teams um Irene Oels diesmal gefolgt. Das sei ein sehr gutes Ergebnis, bedankte sich die DRK-Mitarbeiterin bei allen. Ganz besonders aber bei jenen acht jungen Leuten, die erstmals mit dabei waren.