Wernigerode. " Gemeinsam mit der Jugend musizieren " – zum bereits 13. Mal spielte das Philharmonische Kammerorchester im Gemeinschaftskonzert mit den Schülerinnen und Schülern der Kreismusikschule Harz am Sonntag im ausverkauften Saal des Kultur- und Kongresszentrums Wernigerode. Abschließend gab es noch eine Begegnung der Musiker in der Musikschule. Hier zeigten sich Freude und Glücksgefühl der fast 80 Instrumentalisten, Solisten und Dirigenten über das gelungene, wiederum sehr anspruchsvolle Konzert und die Publikumsresonanz deutlich.

Die musikalische Leitung hatten der Leiter des Blechbläserensembles Dietmar Berthold, der Leiter des Jugendkammerorchesters Peter Wegener und Musikdirektor Christian Fitzner übernommen. Vorausgegangen waren intensive Einzel- und Gesamtproben. Allein schon die Noten für die Instrumentalisten zu besorgen, war eine Meisterleistung der Logistik. Normalerweise spielen eben nur zwei Celli und ein Kontrabass – jetzt waren es fünf Celli und drei Bässe. In den anderen Stimmgruppen sah es ähnlich aus ; auf der Bühne saß eine große sinfonische Besetzung und spielte mit wahrer Spielfreude auf.

Das Blechbläserensemble der Kreismusikschule gab mit Werken von Richard Roblee, Walther Haffner und Jack W. Hayford den schwungvollen musikalischen Start in den hochkarätigen Konzertnachmittag. Dann die Haydn-Variationen von Johannes Brahms, eines der schönsten Werke seiner Gattung, 1873 entstanden. Es wurde ein schwelgerischer Ausfug in die Klangwelt der Romantik. Die Haydn-Variationen in B-Dur, Opus 56 sind schon für Prof -Musiker schwer zu spielen. Jetzt saßen die jungen Musikerinnen und Musiker des Jugendkammerorchesters bestens vorbereitet Seite an Seite mit den Berufsmusikern und leisteten gemeinsam unter Fitzners Leitung in großer Besetzung Außerordentliches in punkto Spieltechnik, Intonation und Gestaltung.

Das in keinem Konzertführer zu findende " Concertstück für vier Hörner und Orchester " von Carl Heinrich Hübler schloss sich an, exzellent von den Hornisten Claudia Trosin, Tilli Birkefeld, Roman Gmür und Robert Ostermeyer musiziert. Hübler war ab 1844 Solohornist in der königlichen Kapelle in Dresden. Es ist vermutlich das einzige Konzertstück von ihm, das die Dresdner Bombennächte 1945 überlebt hat. Er schrieb es ursprünglich für Klavierbegleitung ; keine Geringere als Clara Schumann saß am Instrument. Robert Ostermeyer, der Wernigeröder Verleger des Hübler-Werkes, spielte selbst eines der Soloinstrumente – es war eine sehr schöne und innige Wiederentdeckung.

Im zweiten Teil dirigierte Peter Wegener zwei Stücke aus Antonin Dvoráks " Slawischen Tänzen " und aus der Schauspielmusik zu " Ein Sommernachtstraum " von Felix Mendelssohn Bartholdy, zum Beispiel den musikalisch vergnüglichen " Rüpeltanz ". Abschließend erklang die lautmalerische Musik von Alan Menken für die Disneysche Verfilmung von " Aladdin " – eine wahre Verführung durch die Bläser und das Schlagwerk. Da rockte das Haus !