Wernigerode. " Über den von der Stadt an uns im vergangenen Jahr verliehenen Umweltpreis sind wir ganz froh. "

Volker Friedrich sieht die Auszeichnung allerdings nicht als Lohn für eine kurzfristig erreichte herausragende Leistung auf dem Gebiet des Naturschutzes. Der Chef des Harzklub-Zweigvereins Wernigerode : " Damit wird die Permanenz unserer Arbeit gewürdigt. " Die 1000 Euro aus dem Umweltpreis sind übrigens schon fest verplant. Für den Bau neuer Bänke und 150 Setzlinge Bergahorn, die bei der Aktion " Baum des Jahres " gepf anzt werden sollen.

Ihr Wirken will die momentan 140 Mitglieder zählende Vereinigung auch 2009 konsequent fortführen. Wobei der hohe Altersdurchschnitt doch einige Sorgen bereitet. Friedrich : " Er liegt bei Mitte 60. Eine Verjüngung ist also durchaus erwünscht. " Aber : " Mit unseren eher traditionellen Angeboten Jugendliche vom Baum zu locken, ist schwer. "

Ohne Nachwuchs

sterben wir aus

Das sieht Herbert Riemeier nicht anders. Der Wegewart : " Ohne Nachwuchs sterben wir aus. " Riemeier kümmert sich gemeinsam mit Kuno Böttcher um die Beschilderung des gut 260 Kilometer langen Netzes in der Gemarkung Wernigerode. Pro Jahr werden etwa 120 neue Tafeln angefertigt. Um die 1000 dieser Wegweiser gibt es insgesamt. Volker Friedrich : " Wir sind die einzige Truppe, die sich hier im Augenblick darum kümmert. " Was geschieht aber, fragt der Wernigeröder, " wenn diese ehrenamtliche Aufgabe aus irgendeinem Grund nicht mehr geleistet werden kann ?" Und : " Das ist ein Aufwand ,, der nicht zu ermessen ist. Vom Material zusammentragen bis hin zur Bemalung pro Schild sind das ein paar Stunden. "

Außerdem hat sich der Harzklub-Zweigverein die Renaturierung des Ziegenberges mit seinen seltenen Orchideenarten auf die Fahnen geschrieben, berichtet der Vorsitzende. 2008 wurde damit begonnen. Im Frühjahr soll die dabei freigeschnittene Wiese nachgemäht und mit der Erhaltung weiterer Trockenrasenf ächen begonnen werden.

Zuvor werden die Mitglieder beim traditionellen Frühjahrsputz in der bunten Stadt am Harz bereits am 28. März und somit eine Woche vor dem off - ziellen Termin starten. Friedrich : " Sonst haben wir die Bäche mitgesäubert. Diesmal sind wir im Tiergarten. "

Neben Wandern und dem in jedem Jahr dazu entwickelten attraktiven Programm und Naturschutz sieht der Vereinschef das Brauchtum als dritte tragende Säule für den Harzklub. Volker Friedrich : " Wir sind stolz, die Sing- und Spielgemeinschaft Wernigerode wieder im Verein zu haben. "

Alle eigenen Aktivitäten, betont der Vorsitzende aber auch, wären nicht möglich, ohne zuverlässige Partner. Ob Wernigerode Tourismus GmbH, Arbeitsförderungsgesellschaft

Harz, Kommunale Beschäftigungsagentur, die Untere Naturschutzbehörde und die jeweiligen Revierförster im Landes- bzw. Stadtforst : Mit allen gibt es ein kameradschaftliches Miteinander.

Am Mittwoch, 25. März, ab 19 Uhr soll im Wernigeröder Rathaus auch davon zu berichten sein. Es wird laut Friedrich diesmal eine etwas andere Jahreshauptversammlung. Statt Folkloredarbietungen erwartet die Mitglieder und Gäste eine kurze DVD-Vorführung. Volker Friedrich : " Wir zeigen Wanderwege. " Gedreht hat den Streifen Kuno Böttcher. Den Part als Sprecher übernimmt Herbert Riemeier.