14 Musen der Stadt und Ortsteile öffneten gestern zum VII. Wernigeröder Museumsfrühling ihre Pforten. So farbenfroh wie der Lenz waren auch die Angebote. Ausstellungen, historisches Handwerk, Kunst, Musik und vieles mehr wurde von den Besuchern dankend angenommen.

Wernigerode. Wer sich gestern trotz des kühlen Frühlingstages vor die Tür traute, hatte viele Möglichkeiten, etwas zu entdecken. Zum Beispiel in der Burgstraße.

1737 hatte der damalige Wernigeröder Graf das Privileg zur Eröffnung einer Apotheke erteilt, im März 1738 wurde die Hirsch-Apotheke auch eröffnet. Daran erinnert das kleine Museum der Einrichtung, das nur ein- bis zweimal im Jahr öffnet. In diesem pharmazeutischen Kleinod sammelte zum Museumsfrühling Brigitte Runge, Hirsch-Apothekerin von 1966 bis 2005, zahlreiche Gästen um sich. Sie stellte Zäpfchen her und erläuterte die dabei notwendigen einzelnen Vorgänge.

Ihre Nichte, Dr. Christina Schlage, die jetzt in vierter Generation die Apotheke führt, hatte nicht weniger Zuspruch. Es gab großes Interesse an ihrer Ausstellung von zehn Frühlingskräutern, die heilende Wirkung haben und zum Verfeinern des Essens genutzt werden. Dazu gehört Giersch, erläuterte sie. Eine damit hergestellte Tomatensuppe sei eine Delikatesse.

Gaudi gab es am Kleinsten Haus. Dort ermittelte den ganzen Tag über Peter Marckert den " größten " Besucher. Auch Annette Grüning aus Wernigerode hatte ihren Spaß daran und belegte mit 178, 5 Zentimeter den dritten Platz im Wettbewerb. Der körperlich größte Besucher war mit 192 Zentimeter Bernd Feuerstak aus Wasserleben. " Platz zwei hat unser Oberbürgermeister Peter Gaffert belegt ", freute sich Peter Mackert und ergänzte : " 188 Zentimeter ist er groß. " Sie erhielten Preise von der " Bimmelbahn ".

OB ist Zweitgrößter im Kleinsten Haus

Hermann Alber bedauerte, dass kaum Kinder zu ihm in die Gutsmühle in Minsleben kamen, um Bilder zu malen. Dafür erschienen Erwachsene, die das Backen von Brot miterlebten. Mehr Kinder hingegen fanden sich in der Krellschen Schmiede ein. Dort hatten sie ihre Freude am Herstellen kleiner Kupfertreibarbeiten. Fachliche Anleitung erhielt beispielsweise der sechsjährige Markus Schimanski von Schmied Phil Gralla.

Reges Treiben herrschte in Silstedt. Dort ließen sich auf dem Museumshof " Ernst Koch " die Gäste beim Kaffeekränzchen musikalisch unterhalten, nachdem die neue Sonderausstellung " Wasche, wasche Wäsche " angesehen hatten. Gezeigt werden Gegenstände von A wie Abwaschtisch bis Z wie Zuber. " Wir kommen gern hierher, es ist alles so liebevoll zusammengestellt ", schwärmten Jutta und Heinz Riemenschneider aus Elbingerode.

Ein Kommen und Gehen auch in den anderen Einrichtungen – im Museen für Luftfahrt und Technik, form gestaltung in der ddr, Schulmuseum, Kunst- und Kulturverein sowie im alten Feuerwehrgerätehaus. Hier waren nicht nur historische Technik und Fahrzeuge zu bestaunen. Der Nachwuchs demonstrierte sein Können, und eine neue Gruppe stellte sich vor. " Sie werden speziell in absturzgefährdeten Bereichen eingesetzt ", erläuterte Waldemar Nehring, Brandschutzverantwortliche der Stadt, während die Spezialisten an der großen Drehleiter übten.

Sieg : Bemalte Eier von Weinbergschnecken

Mit Spannung wurde um 15 Uhr die Siegerehrung für die Miniaturenausstellung erwartet. Die Jury um Silvia Liswoski hatte wahrlich die Qual der Wahl. " Noch nie ist es uns so schwer gefallen. " Doch bevor die Museumsleiterin das Geheimnis lüftete, bedankte sie sich bei allen Teilnehmern ganz herzlich für den " originellen Beitrag zum Museumsfrühling. " Platz drei und damit ein Gutschein für ein großes Buch gewannen die Leihgeber des kleinestes Buches der Welt und des Mini-Kochbuches. Die Wallnuss, gefüllt mit einem Kalender von 1810, Fingerhut und Gefäß für Nähnadeln, von Olaf und Christine Beer wurde mit dem zweiten Preis, eine Kutschfahrt, belohnt.

" Das ist noch besser als Hubschrauberfiegen ", freute sich Kornelia Müller aus Blankenburg, als die als Siegerin erfuhr, dass sie wegen des Wetters eine Rundfahrt mit dem historischen Feuerwehrauto, Opel Blitz, gewann. Ihre bemalten Eier von Weinbergschnecken fand die Jury " einfach genial ". Fortgesetzt wurde der Museumsfrühling mit " Kunst und Krempel " auf dem Schloss, der Ausstellungseröffnung im Zentrum HarzKultur und dem Finale in der Krellschen Schmiede.