Darlingerode. Rund 320 Besucher erlebten eine unterhaltsame 2. Wernigeröder Rocknacht in der Sandtalhalle in Darlingerode. " Mit so vielen Fans aus Wernigerode und Umgebung hatten wir nicht gerechnet. Unsere Erwartungen wurden mehr als erfüllt ", zeigte sich Steffen Blauwitz begeistert. Zusammen mit seinem Bandkollegen Harald Kruft von " Blocksperga " hatte er nach dem erfolgreichen Start der Rocknacht vor vier Jahren für die Ausrichtung der zweiten Aufage die Initiative ergriffen. Beide stellten in Aussicht, dass es " angesichts der positiven Resonanz eine Fortsetzung geben wird ". Aber auch deshalb, " weil wir so engagierte Musiker und viele Helfer hatten ", sagte Blauwitz und bedankte sich bei allen Beteiligten herzlich.

Eigeninitiative belohnt

Organisiert wurde die Rocknacht von den Musikern selbst. " Keine Band hat Gage bekommen. " Bezahlt werden musste vom Eintrittsgeld die Miete für den Saal und einige andere Unkosten ", so Blauwitz. Die Eigeninitiative der Bands wurde belohnt : Das Konzert mit all dem drum und dran kam beim Publikum an. Der Harz rockte in Darlingerode, die Sandtalhalle bebte, die Fans tanzten – ausgelassene Stimmung herrschte bis Mitternacht.

" Die unterschiedlichen Musikrichtungen der Bands waren Garant, dass für jede Altersgruppe passendes dabei war ", sagte die 21-jährige Anja Noack aus Wernigerode. Zusammen mit ihrem Freundeskreis besuchte sie die Rocknacht, die für die eine durchaus schweißtreibende Sache war. Martin Papke, Sänger der Band " Devon Rex " : " Bis zu zwei Kilogramm nehme ich pro Auftritt ab. " Eine spezielle Vorbereitung wie etwa bei Radsportlern gebe es für ihn nicht, erklärte der Architektur-Student. Jeder Musiker habe da sein ganz individuelles Vorbereitungsritual, auch um die Aufregung in den Griff zu bekommen.

Blick hinter die Kulissen

Harald Kruft von " Blocksperga " bekomme grundsätzlich " das Zittern ". Der Hausmeister von Beruf : " Erst bei einer Größenordnung von mehr als 3000 Zuschauern legt sich komischerweise meine Aufregung. " Selbst ein alter Hase wie Rainer Hochmuth von " RockHeartZ " spüre " das Kribbeln " vor jedem Auftritt : " Wenn auch die Aufregung nicht mehr so stark ist wie früher, so ist bis heute eine gewisse Anspannung geblieben. " Hingegen beteuerte Stefan Furtner von " Soundlifting ", dass er vor Auftritten nicht (" mehr ") aufgeregt sei.

Gewohnheiten würden helfen. Beispielsweise betrete Olaf Sauter von " RockHeartZ " stets ohne Schuhe, dafür aber mit dicken Wollsocken, die Bühne. " Am Schlagzeug habe ich dann einen besseren Bezug zum Eisen-Pedal ", begründete Sauter, der im " wahren " Leben Sachgebietsleiter beim Ordnungsamt der Stadtverwaltung Wernigerode ist.

Viele neue Songs

Mit der Rocknacht haben die Bands ihre Winterpause beendet. Rainer Hochmuth : " Wir sind außerdem erstmals in neuer Formation aufgetreten. " Und neue Songs und Stücke hatten fast alle im Gepäck. " Blocksperga " brillierte mit schillernden Gitarrenklängen, schnellen Rhythmen, einem breiten Repertoire an Instrumenten und präsentierte ein instrumentales Roma-Stück. Die Fans hielten dabei den Atem an und applaudierten.

Luisa Junge – einzige Frau unter den über 20 Rocknacht-Musikern – brachte mit ihrem weiblichen Feeling eine ganz besondere Note ein. Getreu ihrem Motto waren von ihr und den " Soundlifting " -Kollegen leise und laute Rock- und Pop-Töne zu vernehmen. " Devon Rex " faszinierte mit bekannten Songs von Eric Clapton bis zu den Stones.

Nahtlos ins Programm der vier angekündigten Bands passten sich die beiden Nachwuchsgruppen mit ihren Kurzvorstellungen ein. Sie möchten bei der nächsten Rocknacht-Aufage gern von Beginn an dabei sein. " 4 U 2 " spielte Covermusik der irischen Gruppe U 2. Die 17- bis 19-jährigen Hobbymusiker von " Marogreen " gefelen mit ausschließlich selbst komponierten Stücken. Ihr Schwerpunkt : Stoner-Rock und Blues.