Benzingerode. Das evangelische Gotteshaus des Wernigeröder Ortsteils erfüllt künftig einen für solch eine Sehenswürdigkeit wohl nicht ganz alltäglichen Zweck: Der Kirchturm wird zur Mobilfunkstation. Mitarbeiter einer Firma aus Hannover waren in den letzten Tagen mit den Vorbereitungen für die Installation der Antenne beschäftigt.

"Es gibt einen Vertrag", bestätigte Gottfried von Krosigk auf Nachfrage. Wie der Vorsitzende des Gemeindekirchenvorstandes sagte, hatte sich der deutsche Ableger eines britischen Konzerns an die Benzingeröder gewandt. Die Kirche würde sich wegen ihrer Lage dafür anbieten, so die Begründung. Laut von Krosigk sei der Wunsch recht ausführlich im Vorstand diskutiert worden. Das Landeskirchenamt habe keine Einwände erhoben. Zudem existiere ein Mustervertrag. Für die gut 300 Mitglieder zählende Gemeinde sei die jetzt jährlich fließende Miete in Zeiten knapper Kassen ein hübsches Zubrot. Im Übrigen könnten gesundheitliche Bedenken ausgeschlossen werden, und von außen zu sehen sei die Technik auch nicht. Gottfried von Krosigk: "Die Abdeckung erfolgt mit farbidentischen Kunststoffschindeln."

"Das ist nicht ungewöhnlich", kommentierte Michael Strauß den Antenneneinbau. Der Pressesprecher der Braunschweigischen Landeskirche: "Das gibt es an verschiedenen Stellen." Die Bauabteilung habe den Antrag geprüft und genehmigt, das Landeskirchenamt den entsprechenden Vertrag aufgesetzt. Im Übrigen sei es "primär die Entscheidung der Gemeinde", ob sie denn solch eine Anlage wolle.