Wernigerode. Er hat für Rod Steward auf dessen ersten Soloalben als Gitarrist gespielt, und seit April 1975 gehört er zu den Rolling Stones. Ron Wood ist als Musiker längst eine lebende Legende.

Dass der am 1. Juni 1947 in Middlesex (England) geborene Künstler auch als Maler einen renommierten Namen hat, lässt sich jetzt in der Galerie im Ersten Stock des Kunst- und Kulturvereins Wernigerode besichtigen. 72 Druckgrafiken und Lithografien von Wood zieren die Wände in der Marktstraße 1.

"So etwas hatten wir hier überhaupt noch nicht", freut sich Rainer Schulze. Die Werke stammen aus der Sammlung von Ulrich Schröder. Der Ex-Banker und dann bei einem Wolfsburger Autokonzern in leitender Stellung tätige Leihgeber ist ein großer Fan von "Ronnie". Längst ist er persönlich mit ihm bekannt. Der Kontakt nach Wernigerode ist dem Magdeburger Ehepaar Ilona und Rolf Most zu verdanken. Sie haben dem Kultur- und Kunstverein schon einige sehenswerte Ausstellungen beschert.

Ron Wood hat vor seiner Karriere als Musiker Malerei am Ealing College of Art in London studiert. In den frühen 80-er Jahren sind seine ersten Drucke, drei Holzschnitte und eine Reihe von Monotypen in Amerika entstanden. Nach einigen Monaten Arbeit in einer englischen Druckwerkstatt erweitert Wood sein Spektrum um Techniken wie z. B. Kupferradierung und Kaltnadel.

In der Galerie im Ersten Stock sind die Großen seiner Zeit vereint. Bob Dylan, David Bowie, Jimi Hendrix, Eric Clapton: Und immer wieder der Maler selbst, allein und mit seinen Stones-Freunden. In den Posen, die sie so lieben. Auf der Bühne oben im Rampenlicht.

Bis Donnerstag, 27. Juni, sind die Bilder noch zu sehen. Einige von ihnen sind käuflich. Dazu eine Original-Gitarre, versteinerte Fingerabdrücke, eine Goldene Schallplatte und etliche Fotos des Meisters.

"Viele Fans waren schon da", berichtet Rainer Schulze. Ab 2011 wird es sie garantiert in das niedersächsische Lüchow ziehen. Dort will Ulrich Schröder sein Ron-Wood-Museum eröffnen. Es wäre das erste in Deutschland.Übrigens