Stapelburg. Wenn die Zweckentfremdung zum Programm wird und das Ganze auch noch eine Riesengaudi wird, kann es sich nur um das Stapelburger Rasentraktor-rennen handeln. Die Vorbereitungen für die mittlerweile 7. Harzmeisterschaft am bevorstehenden Wochenende sind längst abgeschlossen. Für den Rest ist allein Petrus "verantwortlich." Genau genommen ist das Rennen der frisierten Rasentrecker ein Teil des " Tages der offenen Tür" der Stapelburger Feuerwehr.

Als die Nordharzer "Rasentrecker-Friseure" während der ersten drei Jahre noch unter sich blieben, war der Platz auf dem Treppchen für die "Platzhirsche" garantiert. Davon kann seit der bundesweiten Beteiligung (spätestens seit 2006) keine Rede mehr sein. Gero Papies von den "Stapel-Racern": "Der Verstand siegt letztlich ja doch." Und Peter Röhling ergänzt: "Außerdem sind wir ja alle Familienväter. Ausschlaggebend ist allein die Gaudi. Und der kann sich schon lange niemand mehr entziehen." Ausdruck des gewachsenen Interesses sind neben den gestiegenen Besucherzahlen – die Veranstalter rechnen mit mindestens 1 000 – auch die Internet-Zugriffe. Waren es vor vier Jahren "nur" 200 000, stieg deren Zahl 2010 auf 500 000 an.

Mit 45 Teilnehmern können Röhling, Papies und ihre Mitstreiter schon vor dem Start am Sonnabend auf einen neuen Rekord verweisen. Dabei dürften die Besucher auf einige "alte Bekannte" treffen: Mit Andy Meyhöfer aus Kremmen ist der Europameister von 2007 ebenso mit am Start, wie der Genthiner Toni Lach – mit 16 Jahren der Jüngste im Fahrerfeld. Auch eine Frau aus Niedersachsen ist bei den 700-Meter-Runden wieder "auf dem Bock". Zwischen 9.30 und 10.30 Uhr gibt es am 29. Mai das Freie Training/Qualifying. Das erste Rennen in der "Kings Class" beginnt um 11 Uhr. Neu ist in diesem Jahr übrigens ein zusätzlicher Finallauf ab 16 Uhr. "Ein Rennen fahren, vier Wochen schrauben", so fasst Buko Maume das ungewöhnliche Hobby zusammen – sicher alles andere als eine Übertreibung.

Von den Kosten ganz abgesehen. Der Stapelburger Gero Papies zu seinem 60 PS starken Renngefährt: "Mit seinen durchdrehenden Reifen könnte ich vielleicht gerade noch vertikutieren, aber Rasenmähen eher nicht mehr".