Für drei Tage hat sich Hüttenrodes Einwohnerzahl kurzerhand wieder mehr als verdoppelt. 80 Volleyballteams samt Familienanhang spielten am Astberg ihr legendäres Turnier, das vor 40 Jahren erstmals stattfand.

Hüttenrode. "Am Donnerstag war der Platz noch eine riesige Pfütze." Für Peter Gehlmann und seine fast 100-köpfige Schar an Helfern, die seit Montag vergangener Woche im Einsatz waren, aber kein Grund zum Jammern. Ganz im Gegenteil. Pünktlich vor Turnierbeginn dann Sonnenschein und beste Bedingungen für die 37. Auflage des Hüttenröder Volleyballturniers – dem größten offenen Open-Air-Turnier Deutschlands. Und wohl auch dem kultigsten.

80 Mannschaften spielten drei Tage lang um die Pokale der Harzsparkasse (Damen) und der Hasseröder Brauerei (Männer). In den Teams mit solch lustigen Namen wie "Zipfelmützen", "Der Letzte macht‘s Licht aus" oder "Volleyschnecken" entdeckten die Organisatoren insgesamt zwölf Bundesligaspieler, bei denen aber auch der Spaß im Vordergrund stand. Denn in Hüttenrode wird seit jeher neben dem Spiel auch ein vielfältiges Rahmenprogramm geboten: von Wettbewerben im Nageln und Würfeln bis hin zu den legendären Partys und der Kinderhexennacht mit Hexenfeuer.

In diesem Jahr machte sich Organisationschef Peter Gehlmann mit 14 als Hexen und Teufel geschminkten Kindern in den Wald auf, um ihnen dort die Gruselgeschichte von "Minna" zu erzählen. Noch aufregender ging es auf dem Sportplatz zu, als die kleinsten "Püschelkinder" – unter ihnen auch Vierjährige – unter Leitung von Eileen Schwan ihre Cheerleader-Premiere feierten. "Es war nach acht Wochen üben ihr erster Auftritt. Aber die Muttis waren noch aufgeregter, als die Kleinen", so Peter Gehlmann, der ein positives Resümee des Pfingstwochenendes zog.

Allerdings werde es im kommenden Jahr wohl einige organisatorische Änderungen geben. Denn wegen des engen Spielplans fiel der Rekordversuch für das Guinnessbuch diesmal aus. Er soll 2011 nachgeholt werden. Auch die Familienangebote werden vermutlich reduziert, da nicht mehr so viele Eltern mit ihren Kindern anreisen, sondern mehr "feiernde Studenten", so Gehlmann.

Er bedankt sich besonders bei allen Helfern, Sponsoren und dem Technischen Eigenbetrieb der Stadt, aber auch bei den zeltenden Sportlern. "Sie haben den Wald wieder sauber verlassen."Lokalsport

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