Wernigerode/Schierke. Mit zwei Zu- und einer Gegenstimme, bei drei Enthaltungen, haben die Mitglieder des Sozialausschusses am Mittwochabend auf ihrer Sitzung in Schierke die Beschlussvorlage 055/2010 angenommen. Mit diesem Papier soll die Stadtverwaltung Wernigerode das Jugendgästehaus in der Friedrichstraße 53 und das Karlshaus zum 31. Oktober dieses Jahres schließen. Gleichzeitig soll die Immobilie in Hasserode verkauft und für das Karlshaus ein Betreiber gefunden werden, der es weiter für Kinder-, Jugend- und Familientourismus nutzt (wir berichteten).

In der Diskussion betonte Kevin Müller (SPD/Grüne-Fraktion), dass es eine "unangenehme Vorlage" sei, wobei es wegen des hohen Zuschussbedarfs "leider keine andere Alternative gibt". Florian Schmidt (CDU) sei es wichtig, dass die Zukunft der Mitarbeiter "ordentlich geregelt" werde. Ausschusschefin Sabine Wetzel (SPD/Grüne) betonte, dass nach Einstellung des Betriebes beide Häuser vor Vandalismus geschützt werden müssen. Dafür, entgegnete Sozialdezernent Andreas Heinrich, sei das Liegenschaftsamt verantwortlich. Deren Mitarbeiter würden auch die Gespräche mit Interessenten für das Karlshaus führen. Außer, dass es "eine Reihe Bewerber geben soll", sei ihm nichts weiter bekannt.

Eine Subvention sollte der künftige Betreiber erhalten, schlug Bernd Ellendt (CDU) vor. So könnte schneller ein Nachnutzer gefunden und die bei Kindern beliebte Herberge wirklich erhalten werden. Ellendt: "Machen wir uns nichts vor. Bekommt der Fürst es zurück, macht er das Karlshaus dicht."

Am 10. Juni entscheidet der Stadtrat über die Vorlage.