Sozialminister Norbert Bischoff (SPD) bereiste gestern den Harzkreis. Sein erster Termin führte ihn zu einem der wichtigsten Investitionsprojekte Ilsenburgs, das "Kinderland am Eichholz". Dort übergab der Landespolitiker einen Fördergeldbescheid über 1,5 Millionen Euro. Damit steht der umfassenden Modernisierung nichts mehr im Wege.

Ilsenburg. Der viele Regen der letzten Tage hat den Außenbereich des "Kinderlandes am Eichholz" in eine Schlammwüste verwandelt. Auf Brettern ist Sozialminister Norbert Bischoff gestern früh in das Innere der Baustelle balanciert, die nicht nur ihn vor dem knöcheltiefen Einsinken bewahren. Gefolgt vom stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden im Landtag, Gerhard Miesterfeldt, der Geschäftsführerin des Paritätischen Integrativen Netzwerks Manuaela Tönnies, Ilsenburgs Bürgermeister Denis Loeffke (CDU) sowie einigen Kindern - den künftigen Hauptpersonen.

Die wenigen Zettel, die Bischoff in der Hand hält, sind weniger Redemanuskript, als vielmehr jene Nachricht, auf die Ilsenburg seit Langem sehnsüchtig gewartet hat. 1,5 Millionen Euro sind die DIN A4-Seiten wert - exakt die Höhe des von Bischoff übergebenen Fördergeldbescheids.

"Ende der Sanierung ist bis August absehbar"

Das Geld stammt aus dem Kindertagesstätten-Investitionsprogramm, welches vor allem mit EU-Mitteln, aber auch vom Bund sowie mit finanzieller Unterstützung vom Land gespeist wird. Mit dieser Summe gibt es ab sofort grünes Licht für die umfassende Sanierung sowohl im Innen- als auch im Außenbereich des Ilsenburger "Kinderlandes". Zugleich ist damit ein Ende dieser Baumaßnahme und damit deren wahrscheinliche Nutzung ab August 2010 absehbar, so Bauleiter Roman Sondej. Er zeigte sich gestern jedenfalls sehr optimistisch, dass das bis dahin möglich ist: "Die Fliesenlegerarbeiten sind fertig, jetzt warten wir auf die Maler."

Sondej weiter: "Wegen des miserablen Wetters konnten wir erst vor zwei Wochen mit den Außenarbeiten anfangen." Das Dach war seinerzeit ebenfalls gefördert worden und musste deswegen erhalten bleiben. So wurde das neue Pultdach einfach darüber gesetzt.

Derzeit werde an der Fassade gearbeitet. Die mit Abstand größten Überraschungen habe es mit den DDR-Bauplänen gegeben, was die Medien anbetrifft. So hätten die darin vermerkten Leitungen nur selten mit der Realität übereingestimmt. Bauherr der Einrichtung ist das Paritätische Integrative Netzwerk (Schönebeck), das selbst mit fast 100 000 Euro an dem Projekt beteiligt ist, berichtete Geschäftsführerin Manuela Tönnies. Deutlich höher ist der Eigenanteil Ilsenburgs mit 690 000 Euro. Dieses ehrgeizige Projekt (Gesamtkosten fast 2,3 Millionen Euro) hatte noch der alte Stadtrat auf den Weg gebracht, so Bürgermeister Denis Loeffke. "Die ersten Bestrebungen, Fördermittel für die grundlegende Sanierung des Kinderlandes zu erhalten, liegen bereits Jahre zurück."

Am 6. August 2009 gab es einen vorzeitigen Baubeginn. Damit einher ging der aufwändige Umzug der über 200 Mädchen und Jungen in die ehemalige Grundschule.

"Fliesenleger sind fertig, jetzt warten wir auf die Maler"

Weil auch für dieses Provisorium Geld vonnöten war, fehlen für die Gestaltung der Außenanlagen rund um das noch in der Sanierung befindliche Projekt gegenwärtig 30 000 Euro. Damit dürfte von den ursprünglichen Plänen zunächst nur eine Sparvariante übrig bleiben. Doch letztlich sei die Freude der künftigen Nutzer über den allmählich nahenden Einzug kaum getrübt. Nur einer der Zwerge zeigte sich gestern ob des "komischen schwarzen Teppichs" irritiert. Tatsächlich handelt es sich um eine auf die Bodenplatte aufgebrachte Bitumenbahn. Nach dem Umbau werden in der integrativen Einrichtung 210 Plätze, davon 80 für Kinder unter drei Jahren, zur Verfügung stehen.

 

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