Selten war um ein Bauprojekt im Harzkreis derart zäh und hartnäckig gerungen worden, wie um das neue Darlingeröder Feuerwehrgerätehaus. Und ebenso unvergleichlich oft mussten sich die potenziellen Nutzer über Jahre immer wieder vertrösten lassen. Um so nachvollziehbarer war allerdings gestern auch die riesige Erleichterung der Feuerwehrleute zur Einweihung ihres neuen Domizils.

Darlingerode. Feuerwehrleuten wird während ihrer Einsätze naturgemäß viel zugemutet. Aber die katastrophale bauliche Situation ihres alten Gerätehauses sowie das ständige Zurückstecken bis zum Baubeginn des Neuen waren sicherlich auch nicht ohne. Sie verlangten den Kameraden jahrelang Nerven wie Stahlseile oder in diesem Fall C-Schläuche ab.

Das letzte Jahr mussten Darlingerodes "Freiwillige" sogar aus einer zugigen privaten Garage heraus agieren und dort ihre Schulungen absolvieren. Gestern nun das Ende dieser Odyssee. Im übrigen im Beisein von über 100 Gästen, die sich den historischen Augenblick keinesfalls entgehen lassen wollten. Ortsbürgermeister Dietmar Bahr: "Mit diesem Neubau wird ein Zeichen für ganze Generationen gesetzt, der uns alle begeistert." Und später: "Das neue Feuerwehrgerätehaus ist kein Geschenk, sondern ein Verdienst der Feuerwehrleute".

Ilsenburgs Bürgermeister Denis Loeffke (CDU) erinnerte daran, daß der Abriss des Vorgängerbaues von 1928 an gleicher Stelle letztlich unumgänglich war. Die moderne Löschtechnik hätte ganz andere Abmaße. Insgesamt seien 15 Gewerke beteiligt gewesen. Die meisten Firmen stammten aus der Region.

"Das Haus ist kein Geschenk, sondern ein Verdienst der Feuerwehrleute"

Das Projekt sei mit 165 000 Euro gefördert worden. Hinzu kamen Eigenmittel in Höhe von 687 000 Euro, darunter auch jene 55 000 Euro für das integrierte Gemeindebüro, die gar nicht förderfähig gewesen seien. Ein Novum für ein Gebäude mit dieser Zweckbestimmung: dieses Feuerwehrgerätehaus hat an seiner vorderen Fassade einen integrierten Bankautomaten. Vor diesem Hintergrund Loeffkes nicht ganz ernst gemeinter Vorschlag: "Man könnte doch für jede Abhebung einen Euro zugunsten der Feuerwehrkasse einbehalten".

Unter den Gästen zur Einweihung war auch Innenstaatssekretär Rüdiger Erben (SPD): "Wenn ich nicht schon zwei Mal an dieser Stelle gestanden hätte, fehlte mir die Vorstellung, was hier früher mal für eine Bude gestanden hatte". Und später: "Darlingerodes Feuerwehr ist eine, wie wir sie uns alle wünschen. Sie gilt als vorbildlich im Land". Der Landrat des Harzkreises Michael Ermrich (CDU) sprach von einer "äußerst erfolgreichen Entwicklung Darlingerodes während der letzten 20 Jahre". Nicht von ungefähr leide der Ort weder durch Einwohnerschwund, noch Überalterung. Das neue Feuerwehrgerätehaus sei durchaus ortsprägend.

"Der Ortsteil leidet weder unter Einwohnerschwund, noch Überalterung"

Pfarrerin Ulrike Hackbeil wünschte: "Mögen sie alle zu einer Gemeinschaft der Achtsamkeit und Hilfsbereitschaft werden." Danach sprach sie ein Gebet für die Kameraden.

Vor dem obligatorischen Rundgang erklärte schließlich der Abschnittsleiter des Landkreises der Feuerwehr, Ingo Gericke: "Es war fünf vor Zwölf, als man sich entschied, dieses Haus entstehen zu lassen. Ich hoffe nun, dass sich dessen Tore so wenig wie möglich zu Einsätzen öffnen." Dem wollte niemand der Gäste widersprechen.

 

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