Der Gestaltungswettbewerb "Höfe halten Hof" geht in die fünfte Runde und die "Villa Sonnenschein" ist dabei. Sie beteiligt sich an der Gemeinschaftsaktion von Harzsparkasse, Volksstimme, Stadtverwaltung und Förderverein Wernigeröder Gärten. Auf dem Gelände der Kindertagesstätte hat sich mächtig was getan. Und damit auch weiter alles fachgerecht verschönert wird, haben sich Eltern Tipps und Anregungen vom "grünen Experten" geholt.

Wernigerode. "Ah, da sind Sie ja", freuen sich Katharina Kramer und Stefan Bettge, sie begrüßen Frank Schmidt ganz herzlich. Der Chef des Gartenamtes ist gleichzeitig Jurymitglied bei "Höfe halten Hof" und wurde von den beiden Eltern bewusst eingeladen.

Als Teilnehmer an dem Gestaltungswettbewerb sind Tipps und Anregungen von "grünen Experten" gratis. Und bei der Fülle an Vorhaben "nehmen wir das auch gern in Anspruch", so die Vorsitzende des Elternkuratoriums der Kindertagesstätte "Villa Sonnenschein". Ohne Zögern übernimmt Katharina Kramer dann die Führung über den Hof, der eine beachtliche Größe hat. "Mit Sicherheit über 3000 Quadratmeter", schätzt Frank Schmidt und ist vom Enthusiasmus der Eltern wie Erzieher begeistert. Denn das Duo berichtet ausführlich über das bereits Geschaffene, Pläne und "Sorgenkinder".

"Triebe abknipsen, ganze Kraft geht in die Wurzel"

Erster "Pflegefall" – das Weidentipi, das im Vorjahr angelegt wurde. Damit es noch schneller wächst und dichter wird, "knipsen Sie einfach alle Triebe ab. So geht die ganze Kraft in die Wurzel und die sogenannten schlafenden Augen schlagen aus", empfiehlt Frank Schmidt und fügt hinzu: Auch müsse regelmäßig reichlich gegossen werden.

Das zweites Sorgenkind sind die Lebensbäume an der Grundstücksgrenze zur Friedrichstraße. "Eine schöne Hecke sieht anders aus", stellt Katharina Kramer fest und fragt vorsichtig: "Abschneiden?" Der Gartenamtschef verneint und rät zu Volldünger, da die Großbäume am Straßenrand die Lebensbäume "unterdrücken".

Das Trio erreicht die große Wiese, wo Spielgeräte und kleine Sitzgruppen stehen. Alles ist schön gepflegt, "Unser Arbeitseinsatz hat sich gelohnt", sagt Stefan Bettge. Dieser werde nicht nur an einem Wochenende absolviert. "Wir bieten eine ganze Woche oder mehr an, so dass jeder helfen kann, wie er Zeit hat." Aber so richtig zufrieden sei der Arbeitskreis, der sich um die Gestaltung des Außengeländes bemüht, mit der Wiese nicht.

Der Experte erkennt schnell, was getan werden muss. Mit Streuen von feinem Sand werde der Rasen wieder locker. Um Moosbildung und weitere Übersäuerung zu verhindern, sollte er im Herbst gekalt werden. Außerdem empfiehlt Schmidt, feinen Sand auch auf den Boden unter den Sitzgruppen zu streuen. "Das hat den Effekt einer Drainage."

Ein dickes Lob wird dem Teichpfleger Jens Laaß gezollt. "Hier ist ein einzigartiges, sehr schönes Biotop entstanden", schwärmt der Fachmann. Vorbei geht der Weg an der Feuerstelle, Taststrecke, dem Holzbauplatz und Musikwäldchen zum ganzen Stolz der "Villa Sonnenschein".

"Nichts an Zaun pflanzen, Blick zum Bach frei lassen"

Mit Unterstützung von Sponsoren haben Eltern den Sandkasten von 3x3 auf 9x9 Meter vergrößert und eine Matschtisch-Anlage mit Schwengelpumpe sowie einen Backtisch errichtet. Tipps benötigen sie nun noch für die Bepflanzung der Umsäumung.

Das letzte Sorgenkind ist eine Schattenecke, die an der Holtemme angrenzt. "Was machen wir hier?" Frank Schmidt weiß auch dafür Rat: "Nichts an den Zaun pflanzen, lieber den Blick zum Bach frei lassen." Da Kinder gern spielen, könnten Tafeln zum Malen, dicke Bänder zum Flechten und andres Kreatives angebracht werden. Die Eltervertreter sind zufrieden, gemeinsam sollen nun die Anregungen umgesetzt werden. Denn Ziel ist es, dass die Hof-Jury noch in diesem Sommer die Gestaltung in der "Villa Sonnenschein" begutachtet.

Wer sich ebenfalls an "Höfe halten Hof" beteiligen möchte, kann sich bis zum 30. Juni bei der Harzer Volksstimme schriftlich anmelden: unter Fax (0 39 43) 92 14 29 oder Email redaktion.wernigerode@volksstimme.de.

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