Born l Gut 50 Gegner des Truppenübungsplatzes in der Colbitz-Letzlinger Heide folgten dem Ruf zum Friedensweg nach Born. Zum 236. Mal hatte die Bürgerinitiative "Offene Heide" zur Demonstration für eine ausschließlich zivile Nutzung der Heide aufgerufen.

Dieses Mal waren Mitglieder aus Ostwestfalen in die Börde kommen. Der Aktionskreis "Freie Senne" aus Paderborn kämpft gegen die militärische Nutzung von knapp 12000 Hektar der größten zusammenhängenden Heidelandschaft Nordrhein-Westfalens durch die britische Armee.

"Die Probleme unserer Freunde aus der Senne sind ähnlich wie unsere, nur dass unser Truppenübungsplatz in der Colbitz-Letzlinger Heide viel moderner ist. Die Ursachen und die Folgen sind sie gleichen", betonte Bernd Luge von der "Offenen Heide".

Protest gegen "Kriegsdörfer"

Mit Beifall unterstützten die Demonstranten die Forderung nach einem Ende der Vorbereitungen deutscher wie britischer Soldaten für Kriegseinsätze in aller Welt auf den Truppenübungsplätzen "Senne" und "Altmark".

Bernd Luge bedauerte, dass "auf dem Truppenübungsplatz bei Altengrabow wieder scharf geschossen wird" und erklärte angesichts der Schändung einer Stele zur Erinnerung an die Opfer der Sinti und Roma während der NS-Diktatur am vergangenen Wochenende in Magdeburg : "Ich schäme mich für die Bürger meiner Stadt."

Wie die in der Colbitz-Letzlinger Heide geplante Übungsstadt "Schnöggersburg" gibt es auch in der "Senne" Kriegsdörfer für simulierte Kriegsübungen in aller Welt - "nur sind unsere aus Pappmaché und haben sogar eine Moschee in ihrer Mitte", erklärte ein Vertreter des Aktionskreises aus Ostwestfalen.

Vorbereitung für Ostermarsch

"Gewalt hat keine Hoffnung", brachte Achim Spaeth die Meinung der Demonstranten in Born auf den Punkt.

"Militär raus - Schnöggersburg gehört uns" wird am Ostermontag, 1. April, das Motto des diesjährigen Ostermarsches in der Heide sein. Mit einem Autokorso wollen die Ostermarschierer am 1. April vom Magdeburger Domplatz in Richtung des Heidedörfchens Dolle an der B189 aufbrechen. An der dortigen Mahn- und Gedenkstätte für die Opfer des faschistischen Terrors beginnt um 10.45 Uhr eine ökumenische Andacht. Der Andacht schließt sich der Ostermarsch durch Dolle und die umgebende Heidelandschaft an. Um 12.30 Uhr wird am Ostermontag ein Friedenskonzert mit der Kölner Rap-Band "Mikrophone Mafia" beginnen. Auf der Bühne an der Forststraße wird am Ostermontag auch die 87-jährige deutsche Jüdin Esther Bejarano mit ihrem Sohn Jorma und anderen Musikern auftreten. Esther Bejarana gehört zu den letzten Überlebenden des Mädchenorchesters im KZ Auschwitz. Um 14 Uhr beginnt die offizielle Ostermarschkundgebung in Dolle.