Der Beginn des Jahres lässt eine Rückschau auf 2013 zu und erlaubt einen Blick auf 2014. Volksstimme-Mitarbeiterin Gudrun Billowie fragte den Ortsbürgermeister Rolf Knackmuß nach den Plänen für die Wolmirsteder Ortschaft Farsleben.

Volksstimme: Herr Knackmuß, wie weit soll die Ortschaft Farsleben im Jahr 2014 optimiert werden?

Rolf Knackmuß: Der Ortschaftsrat hat einen Maßnahmeplan für 2014 ausgearbeitet. Ganz oben steht die Erweiterung des Spielplatzes der Kita "Weinbergwichtel" und die Befestigung des Kita-Parkplatzes. Das Konzept eines Landschaftsgestalters liegt bereitsvor.

Volksstimme: Warum ist die Spielplatzerweiterung so dringend?

Rolf Knackmuß: Der Spielplatz besitzt nur eine Sandfläche. Durch die Erweiterung soll unter anderem eine Rasenfläche entstehen. Wir sehen das als Investition in die Zukunft, denn die Kita ist derzeit mit rund 50 Kindern ausgelastet, und das wird auch noch lange so bleiben. In unserem Neubaugebiet haben sich viele junge Familien angesiedelt. Farslebens Einwohnerzahl hat sich seit der Wende von rund 600 auf fast 1000 erhöht.

Volksstimme: Was steht noch auf der Prioritätenliste?

Rolf Knackmuß: Wir hätten gern auf dem Friedhof eine Urnengemeinschaftsanlage. Die Bürger fragen danach und wir halten es auch für die bessere Alternative zur sogenannten grünen Wiese. Auf einer Urnengemeinschaftsanlage gibt es eine Fläche, wo der Name des Verstorbenen steht und sie wird vom Wirtschaftshof gepflegt. Weiterhin soll unsere Trauerhalle gemalert und mit neuen Stühlen ausgestattet werden.

Volksstimme: Auch vor Farsleben macht der demografische Wandel nicht Halt. Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten gibt es jedoch nicht. Ist das ein Problem?

Rolf Knackmuß: Die Farsleber haben sich damit arrangiert. Viele sind innerhalb großer Familien verwurzelt und regeln die Versorgung und die Arztbesuche selbst. Ebenso fahren mobile Verkaufswagen den Ort an. Der Fahrradweg zwischen Farsleben und Wolmirstedt bietet eine gute Verbindung, die rege genutzt wird. Und weil es in Farsleben immer mehr ältere Menschen gibt, läuft die Seniorenarbeit wahnsinnig gut.

Volksstimme: Wer kümmert sich darum?

Rolf Knackmuß: Die Senioren treffen sich auf Webers Hof und werden von etwa sechs Frauen ehrenamtlich betreut und auch aus der Gruppe heraus arbeiten viele mit. Wir haben unseren Raum vergrößert, aber oft reicht inzwischen auch dieser nicht mehr aus. Spiele- und Kaffeenachmittage werden sehr gut angenommen. Bei größeren Anlässen, wie Sommerfest, müssen wir in die Scheune oder den Saal umziehen.

Volksstimme: Welche ehrenamtlichen Aktivitäten gibt es noch?

Rolf Knackmuß: Wir haben eine gut funktionierende Feuerwehr, die sich aktiv für das Kita- und Dorfleben engagiert, und den Kulturverein "Webers Hof". Zu dessen Veranstaltungen kommen neben Farslebern auch viele Gäste von außerhalb. Viele ehrenamtliche Weberaner kümmern sich um den reibungslosen Ablauf der Musik-Veranstaltungen, wie die irische Nacht. Der Zusammenhalt des Dorfes, der freiwilligen Feuerwehr und der Familien zeigte sich vor allem während des Hochwassers. Drei Grundstücke waren direkt betroffen und haben unkompliziert viel Hilfe bekommen.

Volksstimme: Der Fahrradweg verläuft an einer Stelle recht ungünstig, nämlich dort, wo die Straße aus Mose auf die L44 trifft. Er zwingt Autofahrer, lange vor der Kreuzung stehen zu bleiben.

Rolf Knackmuß: Die Verlegung der Fahrradspur im Kreuzungsbereich habe ich angemahnt. Die Landesstraßenbaubehörde Magdeburg hat das Problem eingesehen und für 2014 eine Änderung in Aussicht gestellt. Aber beim Bau der Entlastungsstraße für den Verkehr des Kailwerkes tut sich nichts.

Volksstimme: Welche Entlastungsstraße?

Rolf Knackmuß: Wir kämpfen seit Jahren um eine Entlastungsstraße, damit der Schwerlastverkehr vom Kaliwerk nicht mehr durch Farsleben fahren muss und somit die Lärmbelästigung abnimmt. Sehr enttäuschend war zum Jahresende die Ablehnung des Eigenbetrieb Straßenbau des Landkreises mit der Mitteilung, dass diese Pläne nicht weiter verfolgt werden. Damit geben wir uns nicht zufrieden.

Volksstimme: Sind noch mehr Wünsche offen?

Rolf Knackmuß: Ich hoffe, dass sich noch mehr Menschen ehrenamtlich engagieren, gern auch jüngere, und dass wir endlich schnelles Internet bekommen.