Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes zum A14-Abschnitt Colbitz-Dolle sorgt für erhebliche Verzögerungen beim Weiterbau der Autobahn. Zunächst müssen die Planungen korrigiert werden. Bei Kommunalpolitikern in der Verbandsgemeinde Elbe-Heide sorgt das für Kopfschütteln.

Elbe-Heide l Ungeachtet des Leipziger Gerichtsurteils gingen gestern die Arbeiten am 5,65 Kilometer langen A14-Abschnitt Colbitz weiter. Hier soll ab Herbst dieses Jahres der Verkehr rollen. Doch der Weiterbau der Autobahn in Richtung Dolle wird sich um etwa ein Jahr verzögern.

Verbandsgemeindebürgermeister Thomas Schmette (CDU) hofft, dass die Planungen so bald wie möglich nachgebessert werden und sich der Fertigstellungstermin für den rund elf Kilometer langen Abschnitt nicht zu weit hinauszögert. "Denn der Autobahnbau bietet einige Vorteile für unsere Verbandsgemeinde. Er bindet uns an das europäische Straßennetz an. Unsere Bürger könnten auf der A14 in anderthalb bis zwei Stunden an der Ostsee sein. Außerdem wird der Durchgangs- und besonders der Schwerlastverkehr aus den Orten Colbitz und Dolle herausgenommen."

Schmette denkt aber auch an mögliche Gewerbeansiedlungen im Zusammenhang mit dem Autobahnbau. "Über mehrere Jahre war Stillstand bei den Gewerbeansiedlungen etwa im Colbitzer Gewerbegebiet zu verzeichnen. In jüngster Zeit, gerade im Zusammenhang mit dem möglichen Bau der A14, gab es wieder Gespräche. Die Investoren halten sich inzwischen aber auch schon wieder etwas zurück, weil sie erst wissen wollen, ob die A14 in ganzer Länge auch wirklich gebaut wird. Die Bauverzögerung bringt deshalb für uns schon Nachteile mit sich. Es ist ärgerlich, dass es für ein weiteres Jahr keine durchgängig befahrbare A14 geben soll."

Ärgerlich ist auch der Colbitzer Bürgermeister Heinz Kühnel (parteilos). "Ich begrüße ausdrücklich, dass der BUND vor dem Bundesverwaltungsgericht kein Recht bekommen hat und der Bau der Autobahn nicht in Frage gestellt wurde. Wir brauchen die Autobahn dringend, nicht erst morgen, sondern möglichst schon gestern."

"Ich habe nichts gegen Fledermäuse, aber bei den Planungen wird zuwenig für die Menschen getan."

"Die A14 muss kommen", betont auch der Burgstaller Bürgermeister Sigurd Heimann (parteilos). "Ich habe nichts gegen Fledermäuse, aber bei den Planungen wird zuwenig für die Menschen getan", mahnt Heimann mehr Lärmschutzmaßnahmen an. "Den erhofften Effekt für Wirtschaftsansiedlungen sehe ich allerdings durch den Autobahnbau nicht."